Frankfurter Börse

Er kennt die Gesetze des Marktes

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Stipe Krolo an der Frankfurter Börse – an der Stelle, wo ihn fast wöchentlich das Deutsche Anleger-Fernsehen (DAF) interviewt.

Eschborn – Stipe Krolo ist gefragter Gesprächs- und Interviewpartner - in diesen Wochen noch mehr als sonst. Am 1. Juli trat Kroatien der Europäischen Union (EU) bei, und Krolo kennt das Land ziemlich gut. Der gebürtige Kroate besitzt noch die Staatsbürgerschaft der Balkanrepublik. Von Jens Dörr

Wenn’s ums Geldverdienen geht, ist Krolo aber nicht in Zagreb, sondern in London und Frankfurt zugegen

Zwei Finanzplätze von Weltrang - und kein Zufall: Stipe Krolo ist Broker, arbeitet für das Brokerhouse GKFX mit Sitz sowohl in England als auch „Mainhattan“. Vor allem aber: Mit seinen erst 27 Jahren erklärt der Dieburger bereits die Welt der Finanzen im TV. Nahezu wöchentlich ist er im Deutschen Anleger-Fernsehen (DAF) als Experte zu sehen.

„Börse live“, immer donnerstags um 17.45 Uhr, steht Krolo vor den Kameras, teils im Wechsel mit einem weiteren Experten. „Dort bin ich nicht nur Broker, sondern auch Analyst“, schätzt er seine Rolle ein. Mit dem Moderator diskutiert er den auslaufenden Handelstag. „Meistens spreche ich über den DAX - das ist das Lieblingsthema der Deutschen.“

Schon nach zwei Monaten vor die Kamera

Seit nun anderthalb Jahren arbeitet Krolo beim Brokerhouse. „Schon nach zwei Monaten bin ich vor die Kameras geschickt worden“, schildert er den schnellen Vertrauensbeweis seines Arbeitgebers und den des TV-Senders. Beim ersten Mal, da noch leicht nervös, brachte ihn das Mikrofon im Ohr noch etwas durcheinander. Längst meistert er die Live-Schaltungen aus der Frankfurter Börse aber wie ein alter Hase.

Ein wenig hilft ihm heute auch, dass er im Studium einst Mitgründer des „Dieburger Börsenparketts“, einem Experimentierfeld mit einigen BWL-Kommilitonen, war. Und nach dem Studium einige Zeit auch Erfahrungen als Jungunternehmer in der Heizungsbranche sammelte - „doch ich habe immer wieder gemerkt, dass Zahlen und der Finanzmarkt mein Ding sind“. Er sei „schon immer in der Anlage drin“ gewesen, habe mit etwas Eigenkapital auch früher schon nebenbei an der Börse gehandelt.

Markt hat eigene Gesetze

Nun, beim Brokerhouse, besitze das aber nochmals eine ganz andere Qualität. „Nun sitze ich an der Quelle, befasse mich mit der Verhaltenspsychologie, sehe Interessenkonflikte. Hinzu kommen die Fundamentaldaten - doch alleine reichen die nicht zur Beurteilung aus. Der Markt hat seine eigenen Gesetze.“ Zwischen Wirtschaftsfakten und Kursverläufen versucht Krolo, diese Gesetze im Sinne seiner Kunden zu verstehen und zu nutzen. Obgleich er aus seinem Büro nahe der Börse auch Devisen handelt, die nicht via Börse, sondern außerbörslich gehandelt werden. „Das zu erklären, würde ein Buch füllen“, meint der Dieburger. Generell gehe es darum: „Man spekuliert darauf, dass eine bestimmte Währung gegenüber einer anderen auf- oder abwertet.“ Noch die fünfte Nachkommastelle spiele hierbei eine Rolle - bis auf so viele Stellen werden Währungen gehandelt.

Er selbst handele - auf und abseits des Parketts - nach dem Prinzip: „Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen.“ Natürlich nehme man mal Gewinne mit, doch schnelles Geld sei auch an der Börse entgegen manchen Glaubens nur schwierig zu machen. So versuche man auch die eigenen Anleger zu schulen. „Manche sind aber irgendwann resistent - wegen der Gier“, kehrt Krolo auch diesen Part seiner Sicht auf die Finanzdinge nicht unter der Tisch.

Trotz der Arbeit als wichtiger Teil seines Lebens hebt er auch die Bedeutung seiner Familie hervor: „Die ist für mich sehr wichtig.“ Und soll ihn nicht nur einmal wöchentlich auf der Mattscheibe zu sehen bekommen.

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