Stimmung auf Halbmast: Hat Petra Roth den Botschafter Kolumbiens gekränkt?

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War es gekränkte Eitelkeit oder Krankheit? Die diplomatische Beziehung mit Kolumbien scheint auf Halbmast zu stehen.

Frankfurt – Diplomatisches Missverständnis im Römer. Weil der Botschafter der Republik Kolumbien beleidigt gewesen sein soll, versetzte er Stadtverordnetenvorsteher Karlheinz Bührmann bei einem Antrittsbesuch im Rathaus. Das ist zumindest ein Gerücht. Von Christian Reinartz

Der Grund für das geplatzte Treffen mit dem Botschafter von Kolumbien, Henry Arcos Munoz, soll gekränkte Eitelkeit gewesen sein. Weil nicht Oberbürgermeisterin Petra Roth persönlich den Botschafter empfangen sollte, sondern Stadtverordnetenvorsteher Karlheinz Bührmann.

Auffällig: Beim Besuch des Botschafters von Südafrika Mitte vergangener Woche, bemühte sich Roth dann wieder persönlich und empfing den Diplomaten in ihrem Dienstzimmer.

Rathaus will nichts von diplomatischen Unstimmigkeiten wissen

Beim zuständigen Protokoll der Stadt Frankfurt will man unterdessen nichts von solchen diplomatischen Unstimmigkeiten wissen. Dessen Chefin Hiltgund Jehle: „Das kann ich mir bei einem Diplomaten nicht vorstellen.“ Warum der kolumbianische Botschafter nicht erschien, wusste im Rathaus bis vor wenigen Tagen niemand so genau. Erst als der EXTRA TIPP die Protokollchefin mit den Gerüchten konfrontiert, kommt Bewegung in die Sache.

Neuer Termin vereinbart

Offiziell heißt es nun von Seiten der Stadt Frankfurt: Alles sei eine Verkettung unglücklicher Umstände. Der Botschafter sei krank gewesen. Und seine Sekretärin auch. Nun wollten Stadt und Botschaft einen neuen Termin vereinbaren. Im kolumbianischen Konsulat an der Fürstenbergerstraße berichtet eine Mitarbeiterin dagegen von Computerabstürzen und einem Problem mit dem elektronischen Terminkalender.

Für eine persönliche Stellungnahme war Botschafter Henry Arcos Munoz bis Redaktionsschluss nicht mehr erreichbar.

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