Weihnachtskatastrophen? Fehlanzeige!

Stille Nacht bei der Feuerwehr: Die Tanne brennt nicht mehr

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Wer beim Anzünden echter Kerzen auf dem Weihnachtsbaum nicht aufpasst, riskiert einen gefährlichen Tannenbrand – in Rhein-Main aber offenbar eine absolute Seltenheit.

Region Rhein-Main – Brennende Weihnachtsbäume zum Fest? Fehlanzeige. Während der Gesamtverband der Deutschen Versicherer vor häufigen Bränden um die Weihnachtszeit warnt, merken die meisten Feuerwehren in Rhein-Main davon nichts. Von Christian Reinartz

Die Zahl der Brände in der Weihnachtszeit bleibt seit Jahren auf hohem Niveau. Das sagt der Gesamtverband der Deutschen Versicherer. Allein 2014 verzeichneten die Hausrat- und Wohngebäudeversicherer über 40 Prozent mehr Brandschäden als in vergleichbaren Frühjahrs- und Herbstmonaten – 11.000 zusätzliche Brände in der Weihnachtszeit, das entspricht einem Schaden von 25 Millionen Euro.

Anders im Rhein-Main-Gebiet. Dort bleiben die großen Weihnachtskatastrophen offenbar schon seit Jahren aus. Weihnachtsbaumbrände? Fehlanzeige! Lodernde Adventskränze? Nur selten! Darüber sind sich die Feuerwehren in Frankfurt und in Stadt und Kreis Offenbach einig.

Verbrannte Weihnachtsgans war noch das Schlimmste

„Bei uns ist es um Weihnachten herum eher ruhig“, sagt ein Sprecher der Frankfurter Feuerwehr. „Klar gibt es Einsätze, aber klassische Weihnachtseinsätze wegen einem brennenden Baum haben wir eigentlich selten bis gar nicht.“ Dasselbe Bild im Kreis Offenbach. Sprecherin Ursula Luh: „Da gibt es nicht viel. Lediglich an eine verbrannte Weihnachtsgans und einen abgerissenen Wasserhahn beim Befüllen des Christbaumständers können sich die Kollegen im Kreis erinnern.“ Größere Weihnachtseinsätze habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben.

Doch woran liegt’s, dass anderswo die Weihnachtstannen abfackeln, während hier in den Wachen Stille Nacht herrscht? Michael Eiblmaier, stellvertretender Leiter der Offenbacher Feuerwehr sagt: „In der Tat haben wir seit Jahren nahezu keine Brände, die mit der Weihnachtszeit in Verbindung gebracht werden können. Hier gab’s nicht mal einen trockenen Adventskranz, der Feuer gefangen hat. Da herrscht hier völlige Fehlanzeige.“

Menschen sind offenbar vorsichtiger geworden

Er ist sicher: „Die Menschen sind mittlerweile viel vorsichtiger im Umgang mit Feuer geworden.“ Die intensive Brandschutzaufklärung im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet zeige offenbar Wirkung. Hier könne man das viel leichter und intensiver betreiben, als in einem Flächenkreis, wo dann Ehrenamtliche durch die Gegend fahren müssten, um etwa in Schulen aufzuklären.

„Zudem hat sich die Technik verändert“, sagt Eiblmaier. Statt traditioneller Kerzen kämen immer mehr elektrische LED-Lichterketten zum Einsatz. „Das minimiert natürlich das Risiko eines Brandes.“ Hier sieht er ebenfalls einen Vorteil im eher städtischen Gebiet. „Dort ist man vielleicht offener für neuere, sicherere Techniken“, vermutet er, wohingegen auf dem Land eher noch die herkömmliche Tradition mit Kerzen gepflegt werde.

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