Wer steckt hinter dem Mord-Anschlag?

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Ein Prospekt für Wein verdeckt die Einschusslöcher an der Eingangstür (links).

Bad Soden – War es ein Attentat mit Schutzgeld-Hintergrund? Anfang vergangener Woche hat ein bislang Unbekannter offenbar versucht, mit mehreren Schüssen den Besitzer der Pizzeria La Dolce Vita zu töten. Bislang tappen die Ermittler im Dunklen. Von Dirk Beutel

Er war gerade dabei, die Einnahmen des Tages abzurechnen, als am späten Montagabend des 13. Februar vier Schüsse auf den 48-jährigen Besitzer der Pizzeria La Dolce Vita in der Bad Sodener Brunnenstraße abgefeuert wurden. Die Geschosse durchschlugen die Türglasscheibe sowie den bereits heruntergelassenen Rolladen. Verletzt wurde niemand.

Zwar sind nach über einer Woche die Hintergründe noch immer unklar, die Staatsanwaltschaft Frankfurt, die die Ermittlungen übernommen hat, geht aber von versuchtem Mord aus, sagte Sprecherin Doris Möller-Scheu.

Der Publizist und Mafia-Experte Jürgen Roth zumindest schließt einen Schutzgeld-Hintergrund nicht aus. Allerdings hält er es für unwahrscheinlich, dass ausgerechnet die Mafia ihre Hände im Spiel hat: „Üblicherweise agieren die italienischen Clans, besonders die ‘Ndrangheta, sehr geräuschlos“, sagt Roth. Doch Roth räumt ein, dass die Mafia durchaus sehr aktiv im Rhein-Main-Gebiet ist: „Vor allem die ‘Ndrangheta wäscht über bekannte Immobilien- und Vermögensverwaltungsunternehmen in Frankfurt, Kronberg und Bad Homburg ihr kriminell erbeutetes Kapital.“

Die Pizzeria in Bad Soden hat wieder geöffnet. Ein Werbeprospekt für Wein verbirgt die Einschusslöcher in der Tür.

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