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Starker Wandel trotz guter Zahlen

Spätestens mit dem Ende der Ferien wird wieder rangeklotzt. Wieder gilt es für die Firmen in der Region, das Ergebnis des Vorjahrs zu übertreffen. Dass das geht, dokumentiert die deutsche Wirtschaftskraft jedes Jahr. Es ist eine Selbstverständlichkeit.

Dabei übersehen wir, dass einige große Unternehmen – auch in unserer Region – vor einem Wandel stehen.

Da ist zum Beispiel die Lufthansa. Die deutsche Vorzeige-Airline wird derzeit von Billigfliegern und subventionierten Golfairlines heftig attackiert. Die Belegschaft soll es ausbaden, das schafft Unfrieden, wie zahlreiche Streiks 2014 beweisen. Immerhin beschäftigt die Lufthansa etwa 120.000 Mitarbeiter. Und auch der Flughafen selbst ist unter Druck. Im internationalen Vergleich ist der größte Arbeitgeber nicht mehr unter den Top Ten. Weil immer größer werdende Jets eingesetzt werden, sank die Zahl der Flugbewegungen um 0,4 Prozent zum Vorjahr. Auch das Frachtgeschäft war mit 2,5 Prozent im Minus. Ein Aufsteiger präsentiert andere Zahlen.

Die Deutsche Bank ist in der Krise schon einen bedenklichen Schritt weiter. 9000 Vollzeit-Arbeitsplätze sollen weg, 4000 davon in Deutschland. Dazu kommt die Krise im Maschinen- und Anlagenbau, der unter den Eintrübungen der Wirtschaft in China leidet. Die Autoindustrie ist zudem nicht erst durch den VW-Abgasskandal unter Druck. Bei den Antrieben der Zukunft kann die Kernindustrie des Landes noch nicht mithalten.

Es stehen gewaltige Umwälzungen und Veränderungen an. Es bleibt zu hoffen, dass diese Umgestaltungen in Einklang mit der Belegschaft gelingen. Die Arbeitswelt wird sich in diesem und in den nächsten Jahren stark verändern.

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