Stalburg im Günthersburgpark

Eröffnung des Stoffel-Festivals war ein voller Erfolg

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Zur Stoffel-Eröffnung mit der Band Edi Nulz kamen viele Besucher.

Frankfurt - Es ist wieder so weit: Die Theaterleute der Stalburg haben im nördlichen Günthersburgpark zum zwölften Mal ihre Freilichtbühne aufgebaut. Vier Wochen gibt es Musik, Theater, Lesungen. Alles wie immer? Nicht ganz.

Die Programmhefte zum Stoffel-Festival 2015 sind lange gedruckt. Doch bereits zur Eröffnung am vergangenen Freitag waren sie nicht mehr ganz aktuell.  Nach Beschwerden einer Anwohnerin kam es in Gesprächen mit dem Ordnungsamt zum Kompromiss: Montags wird es früher leiser, nämlich bereits um 19.30 Uhr, der Ausschank geht noch bis 21 Uhr. Und montags gibt es keine Musik mehr, sondern nur noch Texte. So beginnt der „zweite ruhige Montag“, wie es im Internet heißt, am 6. Juli um 18 Uhr mit Nils Heinrich, der Auftritt von Anne Stolz & Band, im gedruckten Programmheft noch für 20 Uhr angekündigt, muss entfallen. „Es tut uns leid, aber so ist das“, sagte Petra Gismann am Eröffnungstag. Zufrieden geben wollen sich Stoffel-Freunde damit allerdings nicht: Eine Online-Petition wurde gestartet.

Im Programm stehen dieses Jahr viele neue Namen. Gleich zur Eröffnung überraschte die Band Edi Nulz aus Wien mit Siegmar Brecher an der Bassklarinette, Julian Adam Pajzs an der Gitarre und Valentin Schuster am Schlagzeug mit einer Mischung aus Jazz, Indie und Rock. Den Besuchern – und die waren bereits um 18 Uhr in Scharen gekommen – hat es gefallen.

Auch in diesem Jahr gibt es ein Kinderprogramm, und zwar am Sonntag, 5. Juli, ab 15 Uhr mit dem Kichererbsen-Kindertheater und dem Stück „So ein Affentheater!“ An den zwei folgenden Sonntagen zur gleichen Zeit dürfen sich die Kleinen auf weitere Stoffelchen-Vorstellungen freuen.In Sachen Essen und Trinken wurde nur eine Kleinigkeit umgestellt; für Vegetarier steht statt Halloumi in diesem Jahr Seitan-Bratwurst auf der Imbiss-Karte.

„Wir gehen beim Stoffel mit 150 000 Euro ins Risiko“, sagte Petra Gismann zur Finanzierung. „Das ist eine Menge Geld. Und wir müssen leider feststellen, dass unsere roten Eimer, mit denen freiwillige Eintrittsgelder eingesammelt werden, weniger gut gefüllt sind. Die Gesellschaft scheint immer egoistischer zu werden.“

Bis zum 26. Juli geht das Festival, das in diesem Jahr vor den Sommerferien stattfindet. „In den vergangenen Jahren war der August oft verregnet, deshalb haben wir uns für den Juli entschieden“, erklärte Gismann. Der Start war regenfrei.

Ein Geldregen indes wäre willkommen, das Festival gehört zu Frankfurts Sommer und zum Günthersburgpark. Stoffel ist für viele ein Urlaub zwischendurch, mit Spaß, Freunden und guter Musik weitab des Mainstreams. Und für die Macher ist aus der Idee, die Sommerpause des Stalburg Theaters zu überbrücken, längst eine Herzensangelegenheit geworden.

jf

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