Stadtteilserie

Als aus den Dornbüschen ein Stadtteil wurde

+
Frankfurter Markenzeichen: Der restaurierte Bertramshof im Stadtteil Dornbusch.

Frankfurt-Dornbusch – Die Eschersheimer Landstraße teilt ihn in einen Ost- und einen Westteil: Den Stadtteil Dornbusch. Und der Name ist nicht willkürlich entstanden. Tatsächlich bestand dieser Teil der Stadt anfangs ausschließlich aus Dornbüschen.

Der Stadtteil selbst entstand erst 1946 aus Teilen von Ginnheim, Eckenheim und Eschersheim. Heute leben dort auf einer Fläche von etwa 232,5 Hektar rund 18.500 Menschen. Wäre Frankfurt nach Ende des Zweiten Weltkrieges die neue deutsche Hauptstadt geworden, wäre vermutlich der Bundestag in das Haus Dornbusch, Hessens erstes Bürgerhaus, eingezogen. 1999 wurde der Bau abgerissen. Heute ist der Dornbusch, mit seinen Villen aus der Jugendstil- und Bauhauszeit, der gerne auch das Dichterviertel genannt wird, eine der beliebtesten Wohngegenden in Frankfurt. Auch für Frankfurter Prominente wie Marcel Reich-Ranicki.

Lesen Sie außerdem:

Eva Szepesi hat Auschwitz überlebt und in Dornbusch eine neue Heimat gefunden

Frankfurter babbeln englisch im Verein

Monströser Todesstreifen: „Frankfurter Mauer“ fordert bislang über 30 Opfer

Wissenswert: Der Dornbusch hat eine berühmte jüdische Tochter. Im Marbachweg 307 wurde 1929 Anne Frank geboren. Sie verbrachte sogar einen Teil ihrer Kindheit im Dornbusch.
Und dort ist es nicht gerade günstig zu wohnen: Die Gründerzeitvillen im Dichter- oder Bertramsviertel gelten zu den teuersten Wohnlagen in Frankfurt. Es hält sich nach wie vor hartnäckig das Gerücht, dass dort der Hessische Rundfunk beheimatet sei. Tatsächlich gehört die Rundfunkanstalt aber zum Nordend.

Weitere bekannte Sehenswürdigkeit ist der Bertramshof. Er, die Bertramswiese und die benachbarte Bertramstraße stammen von Heinrich von Bertram, einem Frankfurter Patrizier, der um 1660 den mittelalterlichen Kühhornshof kaufte. Einen mittelalterlichen Gutshof mit Ringgraben und Verteidigungsturm. Heute ist davon nur noch ein Wohn- und Wehrturm erhalten geblieben, der auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks steht.

Und: Auch der Dornbusch hat seine grüne Lunge: Den Sinai-Park, der seinen Namen der Großgärtnerei von Friedrich Sinai verdankt. Dort treffen sich sowohl Jogger, Spaziergänger als auch Hundebesitzer. red

Kommentare