Offenbach als Stadtteil Frankfurts?

Frankfurter Stadtplaner: Offenbach ist bald hip!

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Blick über Offenbach nach Frankfurt: Schon bald werden die hippen Frankfurter nach Offenbach schielen. Davon ist Stadtplanungs-Dozent Marcus Gwechenberger überzeugt. 

Offenbach – Das schlechte Image der Stadt Offenbach bei den Frankfurtern könnte bald Geschichte sein. Stadtplanungs-Dozent Marcus Gwechenberger: „Offenbach wird in Zukunft Frankfurts hipper Stadtteil sein."  Von Christian Reinartz

 Geht es nach dem renommierten Stadtplanungs-Forscher Dr. Marcus Gwechenberger ist Offenbach für Frankfurt das, was Kreuzberg für Berlin ist: „Ein Zuhause für die hippen Leute. Ein Magnet für Kreative und Medienmacher.“

Freilich ist davon in Offenbach zur Zeit nur wenig zu spüren. „Aber in 20 Jahren wird sich das Bild von Offenbach bei den Frankfurtern umgekehrt haben“, sagt Gwechenberger. Der Wissenschaftler rechnet in seiner Analyse deshalb mit stark steigenden Immobilienpreisen, vor allem im Bereich des Hafens, des Mains und der Innenstadt. Gwechenberger kennt die Situation im Rhein-Main-Gebiet genau, ist sogar Berater von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann. „Die Randbereiche Offenbachs werden davon weniger betroffen sein“, ist er sich sicher.

Bezahlbare Freiräume

Marcus Gwechenberger F.: rz

Aber warum soll es die hippen Frankfurter gerade nach Offenbach ziehen? „Hier gibt es noch genügend bezahlbare Freiräume, um sich etwas neues aufzubauen“, erklärt Gwechenberger seine Einschätzung. „Die Hochschule für Gestaltung zieht schon jetzt ein entsprechendes Publikum an“, sagt Gwechenberger. Das wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Vor allem das Mainufer wird laut Gwechenberger sehr begehrt sein.

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In Frankfurt gibt es weniger Stadtteile mit entsprechenden Flächenangeboten, für kreative Startups. Frankfurt biete zwar auch Flächen, die seien aber oftmals zu teuer, sagt Gwechenberger. Auch im Frankfurter Stadtplanungsamt geht man davon aus, dass Offenbach immer attraktiver, vor allem für Kreative werden wird und dass die Immobilienpreise dort in die Höhe gehen werden. Für die geschundene Offenbacher Seele sind so rosige Aussichten eine Wohltat. Susanne Schöllkopf, Leiterin des Amtes für Stadtplanung der Stadt Offenbach, ist davon überzeugt, dass Gwechenberg richtig liegt. „Darauf arbeiten wir ja auch hin.“ Mit der alten Heyne-Fabrik, der Matho-Fabrik und auch dem Ostpool habe man gezielt Platz für Kreative und deren Firmen geschaffen. Allerdings sei sie immer etwas vorsichtig mit pauschalen Urteilen. „Denn wir wollen in 20 Jahren ja nicht nur hip, sondern auch eine selbstständige Kommune mit einer guten finanziellen Basis sein.“ Die Arbeitsplätze, die Offenbach benötige, könnten die kreativen nämlich nicht alle schaffen. Dazu müssten auch Firmen angelockt werden. Für Gwechenberger ist das einer der Nebeneffekte des Hipseins: „Für Firmen wird Offenbach als Standort mit einem solchen Imagewechsel auch immer attraktiver.“ Irgendwann könne das wie ein Dominoeffekt sein.

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