Vermehrt Reptilienfunde in Oberlinden

Stadt Langen warnt vor Schlangen

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Langen - In Langen sind in den vergangenen Wochen immer öfter Schlangen gesichtet worden . Vor allem der Stadteil Oberlinden ist betroffen, schreibt die Stadt.

Zuletzt wurden am Montag, 6. Juli, gleich zwei Tiere aufgefunden. „Bisher haben wir Meldung über sechs Schlangenfunde rund um den Hagebuttenweg“, sagt Manfred Weil vom Fachdienst Öffentliche Sicherheit und Ordnung. „Es handelte sich dabei fünf Mal um eine Kornnatter und einmal um eine Königsnatter.“ Beide Tierarten seien zwar mit ihrer Größe von ein bis eineinhalb Meter auf den ersten Blick furchteinflößend, sind aber keine Giftschlangen. „Kornnattern sind die am häufigsten in Terrarien gehaltenen Schlangen“, erklärt Weil. „Sie ernähren sich überwiegend von kleinen Nagetieren, Reptilien oder auch Vogeleiern und greifen Menschen nicht an.“

In erster Linie Ruhe bewahren

Die Lieblingsspeise war auch namensgebend für die Tiere, die ursprünglich aus Nordamerika stammen. Ihre Beute fanden die Nattern häufig in der Nähe von Kornfeldern oder Kornspeicher. In Färbung und Zeichnung können sich Kornnattern stark unterscheiden. Die Muster der Schuppen sind grau, braun-orange, rötlich oder schwarz. Wohl fühlen sich die schuppigen Gesellen verborgen unter Rindenmulch oder Laub, in Felsspalten oder hohlen Baumstämmen. „Klettern können sie gut, daher ist nicht auszuschließen, dass sich ein Tier auch mal in ein offenes Fenster verirrt“, gibt Weil zu bedenken. Wer ein Tier zu Gesicht bekommt, sollte nach Angaben des Fachdienstes für Öffentliche Sicherheit und Ordnung Ruhe bewahren. „Nattern sind dämmerungs- und nachtaktive Fluchttiere und versuchen bei drohender Gefahr erstmal Reißaus zu nehmen“, führt Weil aus. „Selten kann es vorkommen, dass sie mit einem Abwehrbiss reagieren.“

Schlangenhaltung in Deutschland nicht meldepflichtig

Richtig verhalten sich die Finder in jedem Fall mit Rückzug und einem Anruf beim Notruf der Feuerwehr (112) oder Polizei (110). Diese fangen die Tiere ein und sorgen für eine artgerechte Verwahrung bei einem Reptilienfachmann. Woher die Nattern stammen ist bisher nicht bekannt. „Die Vermutung liegt sehr nahe, dass die Tiere in Privatbesitz gehalten wurden“, gibt Weil an. „Leider haben wir keine Übersicht, wer sich welche Reptilien hält. Das Veterinäramt hat uns bestätigt, dass Schlangenhaltung in Deutschland nicht meldepflichtig ist. Lediglich eine gewerbliche Zucht oder die Haltung artengeschützter Tiere, zu denen die Nattern nicht gehören, müssen amtlich angezeigt werden.“ Bei den bisher aufgetauchten Kriechtieren handelte es sich ausschließlich um ausgewachsene Exemplare.

Zwei auffällige Exemplare dabei

Auffällig sei, dass die zwei zuerst gefundenen Schlangen seltene, weiße Albinos sind. „Reptilienhalter kennen sich meist untereinander“, weiß Manfred Weil. „Bei einer solchen Rarität könnte es gut sein, dass jemand in der Bevölkerung Hinweise auf die Herkunft der Tiere geben kann.“ Die wären wiederum sehr hilfreich, bei der Aufklärung der ganzen Sache. Als Ansprechpartner stehen Manfred Weil im Rathaus unter Telefon 203-330 oder die Langener Polizei (Telefon 110) zur Verfügung. red/db

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