Für 2,145 Millionen Euro

Stadt Frankfurt kauft dem Bund sechs alte Hochbunker ab

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Der Bunker in der Schäfflestraße ist zwar nicht im Paket enthalten, das die Stadt kaufen will, allerdings hat sie sich mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben auf eine Kaufoption geeinigt.

Seit 2014 liefen die Verhandlungen, jetzt sind sich beide Seiten einig: Die Stadt Frankfurt will von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) insgesamt sechs alte Hochbunker kaufen. Für das Gesamtpaket zahlt sie 2,145 Millionen Euro.

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„Wir sind zu einem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen“, bestätigte Mark Gellert, der Sprecher des Planungsdezernats. „Bürgermeister Olaf Cunitz wird sich dazu in den kommenden Tagen äußern. Außerdem wird eine Vorlage an den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung gehen, die dem Kauf zustimmen müssen.“ Gellert ist jedoch davon überzeugt, dass das Vorhaben gut aufgenommen wird. Bis zur Sommerpause könne demnach eine endgültige Entscheidung fallen.  Auf der städtischen Einkaufsliste stehen die Gebäude in der Lasallestraße, an der Friedberger Anlage, in der Küferstraße, Goldsteinstraße, Eppenhainer Straße und Petterweilstraße.

Nach dem Kauf will die Stadt weitere 1,2 Millionen Euro in die Modernisierung der Bunker investieren, unter anderem in den Brandschutz. „Unser Ziel ist es, die Hochbunker weiterhin für die Vereine zu erhalten“, sagte Gellert. Viele Vereine und Initiativen nutzen die in die Jahre gekommenen Bauwerke als Vereinsheim und Lagerräume. Im Hochbunker an der Friedberger Anlage ist eine Gedenkstätte eingerichtet. Das Gebäude in der Petterweilstraße durfte aufgrund des fehlenden Brandschutzes nur noch als Lagerraum genutzt werden.

Über das Paket der sechs Bunker hinaus hat sich die Stadt auch die Kaufoption auf das Gebäude in der Schäfflestraße gesichert. „Dort müssen wir noch in Ruhe prüfen lassen, welche weiteren Kosten, auch für den Brandschutz auf uns zukämen. Wir können keine Katze im Sack kaufen und dann feststellen, dass die Maßnahmen unbezahlbar wären“, sagte Gellert. Zudem wäre die Schäfflestraße neben der Lasallestraße der zweite Bunker im Riederwald, den die Stadt erwerben würde. „Wir sind kein Verfechter einer Lösung mit zwei Riederwälder Bunkern, halten uns aber die Option offen.“ Die Stadt will nun prüfen, ob sich das Vereinsleben dort nicht auf einen konzentrieren lasse und welcher den daraus resultierenden Anforderungen am ehesten entspräche.

„Für den Stadtteil wäre es von Vorteil, wenn beide Bunker gekauft würden“, sagte Peter Fritz, der Vorsitzende des Vereinsrings Riederwald. „Dann hätten die Vereine endlich mehr Platz und das würde auch den Stadtteil beleben.“ Als Vorsitzender der Frankfurter Karnevalgesellschaft Narrhalla, die ihren Sitz im Schäfflestraßen-Bunker hat, beruhigt ihn die Nachricht. Das Vorhaben der Bima, das Gebäude zu verkaufen, gefährdete bislang die Existenz des Vereins. „Sollte ein anderer Käufer den Mietvertrag der Narrhalla kündigen oder die Miete anheben, könnten wir dicht machen. Eine Alternative für unser Vereinsheim gibt es im Riederwald nicht“, sagte Fritz zur angespannten Platzsituation.

Der Überprüfung durch die Stadt sieht Fritz nun positiv entgegen. „Erst im Jahr 2013 wurde in der Schäfflestraße der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht. Weitere Investitionen wären in dieser Hinsicht nicht nötigt.“

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