Eugen Eckert lässt Fußballprofis zu Wort kommen

Stadionpfarrer über Tore und Taktik

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Eugen Eckert ist Stadionpfarrer in der Commerzbank-Arena. Für sein Buch „Der Heilige Geist ist keine Schwalbe“ lässt er Fußballpromis von ihren schönen und weniger schönen Erfahrungen berichten.

Region Rhein-Main – Fußball ist wie das Leben. Eugen Eckert, Stadionpfarrer in der Commerzbank-Arena, hat Fußballpromis zu den Themen Fouls, Regeln und Verantwortung für sein neues Buch befragt. Von Dirk Beutel 

Zweikämpfe, Konter, Elfmeter – das gibt´s im Fußball, und erst recht im wahren Leben. Und zwar vom ersten Pfiff bis zur 90. Minute. Hoffnung und Resignation. Sieg und Niederlage. Und manchmal gibt´s sogar eine Verlängerung, zumindest für den einen oder anderen. Für sein Buch „Der Heilige Geist ist keine Schwalbe“ hat der Stadionpfarrer der Commerzbank-Arena, Eugen Eckert, mit verschiedenen Prominenten aus dem Fußballgeschäft über ihre Erfahrungen auf dem Platz gesprochen. Darunter Trainerlegende Dragoslav Stepanovic, die Ex-Nationalspielerin Steffi Jones, FSV-Torwart Patric Klandt oder der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner.

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„Fußball gerät ja oft in die negativen Schlagzeilen. Dabei gibt es so viele positive und schöne Seiten, die man aber nicht auf den ersten Blick wahrnimmt“, sagt Eckert, der ein paar dieser besonderen Erlebnisse in seinem Buch eingefangen hat.

„Gerade Jugendliche, die noch dabei sind, ihre Identität zu suchen, soll diese Metaphorik ansprechen“, sagt Eckert. „Fußballer erzählen und sollen Anstöße geben, wie man mit Siegen und Niederlagen, welcher Art auch immer, umgehen kann“, erklärt der gebürtige Bornheimer die Botschaft seines Buches.

Preuß, Kießling und Völler erzählen

Wie etwa Martina Müller. Sie erzählt, wie sie Verantwortung übernahm und verwandelte 2013 im Finale der Champions League gegen Olympique Lyon den alles entscheidenden Strafstoß zum 1:0-Siegtreffer und sicherte damit dem VfL Wolfsburg das Triple. „Ein Elfmeter ist ja immer hochbrisant. Er kann nicht nur über Sieg oder Niederlage entscheiden, sondern auch über Abstieg oder Nicht-Abstieg, über Prämien oder die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb“, sagt Eckert.

Oder Christoph Preuß: Die Fans von Eintracht Frankfurt werden sich erinnern, als er 2007 mit einem Fallrückzieher das Tor zum entscheidenden 1:0 gegen den FC Bayern München erzielte. Dieses Tor wurde zum Tor des Monats März gewählt und erreichte den zweiten Rang bei der Wahl zum Tor des Jahres. „Doch mitten im Zenith seiner Karriere wurde er zum Sportinvaliden“, sagt Eckert

Aber auch Fair-Play gehört zum Thema: Niemand geringerer als Ex-Bundestrainer und Sportdirektor bei Bayer 04 Leverkusen, Rudi Völler  äußert sich zum Phantom-Tor von Stefan Kießling, dessen Kopfball durch ein Loch im Außennetz durchflutschte und als regulärer Treffer gewertet wurde. Der Leverkusen-Stürmer stand danach mehrere Wochen am Moral-Pranger. „In meinem Buch geht es immer um die Fragen, welche Vorteile sollte man wahrnehmen und wo muss man durchaus seine Ellenbogen einsetzen. Auf der anderen Seite, wo muss es Grenzen und Rücksichtnahme geben“, sagt Eckert.

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