Auf der Spur der Haifisch-Flossen-Mafia

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Massenhaft Flossen: Heimlich aufgenommene Fotos in Costa Rica.

Offenbach – Korrupte Beamte, Mafiamethoden, Morddrohungen – all das hat der Offenbacher Haischützer Gerhard Wegner bei seiner Arbeit in Costa Rica am eigenen Leib erfahren. Diese Erfahrungen hat er jetzt in einem Thriller verarbeitet. Von Norman Körtge

Es ist ein Roman und damit Fiktion. Aber manchmal sei ein Roman auch nur eine verkleidete Realität. Gerhard Wegner drückt sich vorsichtig aus, wenn er über seinen Thriller „Finning“ redet. „Dazu hat mir mein Anwalt geraten“, sagt er. Denn was der Gründer und Präsident der in Offenbach beheimateten Haischutz-Organisation Shark Project auf fast 400 Seiten zu Papier gebracht hat, kommt der Wirklichkeit an einigen Stellen sehr nah.

So berichtete der EXTRA TIPP über Shark Project

Finning bedeutet das Abschneiden von Flossen am noch lebenden Hai und dann das Zurückschmeißen ins Meer, wo das Tier qualvoll stirbt, erklärt Wegner. In Asien werden die Haifischflossen als Delikatesse und Statussymbol gehandelt und ist dementsprechend teuer. „Die Gewinnspanne ist groß. Der Fischer bekommt pro Kilo Flosse etwa 50 US-Dollar, der Großhändler zirka 600 US-Dollar pro Kilo“, berichtet Wegner. Drumherum haben sich deshalb mafiöse Strukturen entwickelt.

Drohbriefe und Morddrohung nach Filmdreh

Massenhaft Flossen: Heimlich aufgenommene Fotos in Costa Rica.

Hautnah erlebte der 59-jährige Inhaber einer Offenbacher Werbeagentur diese, als er zusammen mit einem Filmteam um Dirk Steffens – bekannt aus der ZDF-Doku-Serie „Terra X„ und der Vox-Sendung „Tierzeit“ – in Costa Rica der Haifisch-Flossen-Mafia nachspürte. „Costa Rica hat eigentlich strenge Gesetze“, berichtet Wegner. Das Finning sei verboten. Haie dürften nur an Land verarbeitet werden. Doch mit Bestechungsgeldern sowie der Nutzung von privaten und mit Stacheldraht ab gezäunten Dock-Anlagen umgehen vor allem Taiwanesen die Bestimmungen. Dass das Filmteam dort nicht willkommen war, erfuhren sie durch Drohbriefe. In seine Geschäftsräume in Offenbach bekam Wegner sogar Morddrohungen geschickt.

Diese Erlebnisse hat er nun in einem Thriller verarbeitet. „Das Finning zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte“, erzählt er. Eingebettet ist diese in das Abenteuer zweier junger Abenteuerspezialisten, die zufällig Zeuge des blutigen Treibens werden und dann um ihr Leben fürchten müssen.

Bestseller-Autor Frank Schätzing coachte Wegner

Dass es gar nicht so einfach ist, einen Roman zu schreiben, musste er durch die Antworten von Verlegern hören. Erst als ihn sein Freund, der Bestseller-Autor Frank Schätzing („Der Schwarm“), in die Grundlagen einweihte, funktionierte es. „Es ist dennoch keine Weltliteratur. Aber eine sehr spannende Urlaubslektüre“, verspricht Wegner. Das Vorwort hat Schauspieler und Umweltschützer  Hannes Jaennicke geschrieben. Der Erlös des Thrillers kommt Hai-Schutz-Projekten in Costa Rica zugute.

Hai-Thriller im Handel

Offizieller Verkaufsstart für „Finning“ in den Buchläden ist am 15. März. Doch bereits ab Montag, 28. Februar, liegen Exemplare in der Thalia-Buchhandlung im Offenbacher Komm-Center und in der Bücherstube Bürgel bereit. Der EXTRA TIPP verlost fünf Exemplare. Einfach bis Dienstag, 1. März, zwölf Uhr eine E-Mail mit dem Betreff „Hai“ an gewinn@extratipp.com senden. Postadresse nicht vergessen!

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