Spritspar-Studenten tüfteln am Silberflitzer

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Bei den Testfahrten in Erlensee war die Windschutzscheibe und die Motorabdeckung des „SSTEP 2 “ noch nicht montiert.

Region Rhein-Main – Es ist nicht bequem und auch nicht alltagstauglich – aber die Tüftler am „SSTEP 2“ werkeln am Ein-Liter-Auto. Nicht auf 100, sondern auf fast 1000 Kilometer. Jetzt stehen die Studenten der Gewerblich-technischen Schule aus Offenbach (GTS) vor einer neuen Herausforderung.Von Norman Körtge

Mechaniker und Fahrerinnen vor ihrem Spirtspar-Flitzer.

995 Kilometer mit einem einzigen Liter Super-Benzin. Das ist mit dem „Samba Speed Team Eco Project 2“ (SSTEP  2) theoretisch möglich. Theoretisch deshalb, weil bei durchschnittlich 30 Stundenkilometern die Fahrt weit mehr als einen Tag gedauert hätte. So wurden die Verbrauchswerte aus den jeweils 51-minütigen Wertungsläufen beim Shell-Eco-Marathon 2011 auf dem Lausitzring hochgerechnet. „Das war unser bislang größter Erfolg“, erzählt GTS-Projektleiter Martin Röth-Borer und blickt in Richtung seiner Studenten, die am Dienstag auf dem Gelände der Honda-Akademie in Erlensee Testfahrten unternahmen. Denn bereits in der kommenden Woche gehen die Offenbacher beim Shell-Eco-Marathon in Rotterdam an den Start.

Da dort mehr und engere Kurven gefahren werden müssen, haben die Studenten an dem 32 Kilogramm leichten Silberflitzer allerhand Veränderungen vornehmen müssen. So vergrößerten zum Beispiel Richard Ledwig und Maxim Ort den Einschlagwinkel für das Hinterrad von drei auf acht Grad. Dazu haben sie die Radaufhängung komplett umgebaut. Anstatt an einem Arm, hängt das Hinterrad jetzt zwischen zwei Armen und alles ist kugelgelagert. Sprit sparen helfen soll das entwickelte Messverfahren von Peter Ebneth und Jonas Heim. Damit lässt sich exakt feststellen, ob die beiden Vorderräder parallel zueinander stehen. „Wir wollen herausfinden, bei welchem Winkel der Rollwiderstand am geringsten ist“, sagt Heim.

Letztendlich wird es aber vor allem auf die abwechselnd im engen Cockpit liegenden Fahrerinnen Nathalie Wirth und Vanessa Schönegge ankommen. Sie lenken und geben Gas auf den Einzylinder-Viertakter mit 1,5 PS über einen Joystick. Sie müssen nicht nur elegant durch die Kurven lenken, sondern auch den richtigen Rhythmus zwischen Gas geben und einfach Rollen lassen finden. Ihr Ziel: Die jeweils 26 Kilometer langen Wertungsläufe in möglichst exakt 39 Minuten zu fahren.

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