Couragierte Bürger

Geehrt: Hattersheim ertappt Sprayerin auf frischer Tat

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Hattersheim – Main-Taunus-Landrat Berthold Gall und Polizeidirektor Jürgen Moog haben am Mittwochabend hilfsbereite Zeugen geehrt. Einer von ihnen ist Constantin Couvelis aus Hattersheim. Von Norman Körtge

Constantin Couvelis

Es ist kurz nach drei Uhr am Morgen des 18. Juni als Constantin Couvelis vom Lärm vor seiner Wohnung in der Hattersheimer Friedrich-Ebert-Straße aufgeweckt wird. Es sind nicht die Stimmen, die ihn aufstehen und zum Fenster gehen lassen, sondern das Klackern von Spraydosen, wenn sie geschüttelt werden. „Als ich aus dem Fenster sah, habe ich vier Jugendliche, darunter ein Mädchen, gesehen, wie sie mit Spraydosen Verkehrsschilder und Mauern besprühen“, erzählt der 30-Jährige bei der Ehrung im Hofheimer Kreishaus. Ohne groß nachzudenken streift er sich schnell ein T-Shirt über, zieht Jogginghose und Schuhe an, schnappt sich sein Handy und geht auf die Straße. „Ich wollte unbedingt die Täter identifizieren können“, erklärt er, warum er nicht in der sicheren Wohnung blieb.

Verfolgungsjagd durch die Stadt

Sie sollen mit dem Blödsinn aufhören, habe der Hattersheimer den Jugendlichen zugerufen. Die begannen zu türmen und Couvelis nahm die Verfolgung der jungen Frau auf. Es entwickelte sich eine Verfolgungsjagd durch die Stadt. Für den gerade erst nach Hattersheim gezogenen Couvelis eine besondere Herausforderung. Denn während er hinter der Sprayerin herlief, versuchte er per Handy der Polizei ständig seinen Standort durchzugeben.

Richtig brenzlig wurde die Situation zwar nie, aber als er sie in der Nähe des Posthofes versuchte zu stellen, schlug die Jugendliche um sich und rief laut, dass sie vergewaltigt würde. Aber auch hier blieb der Verfolger gelassen.

„Ich war aber erleichtert, als ich dann Polizisten mit Taschenlampen auf mich zukommen sah“, beendet der mutige Zeuge seine Erzählung. Polizeidirektor Jürgen Moog ergänzte, dass sich später auch die Mittäter reumütig bei der Polizei meldeten. Bei Sachbeschädigungen durch Graffiti sei der Main-Taunus-Kreis angesichts der geringen Fallzahlen noch eine echte Insel, meinte Moog.

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