Sprayer-Szene schimpft in Geheimsprache

Die Deutsche Bahn beklagte im letzten Jahr bundesweit Vandalismusschäden in Höhe von 50 Millionen Euro. "Wir kommen mit der Entfernung nicht hinterher", sagt Pressersprecher Bernd Honerkamp. Das Rhein-Main-Gebiet sei von Beschädigungen durch Graffiti besonders stark betroffen.

In letzter Zeit würden Züge vor allem auch durch Scratchings, dem Einkratzen von Initialen, beschädigt.br /Auf Graffitiart.de tauschen die Nutzer Bilder solcher Scratchings, Graffiti und Zeichnungen aus. Mit Schimpfworten und Hassparolen versuchen sie, sich voneinander abzugrenzen. Es dominieren englische Begriffe und jugendlicher Slang. "Hab gehört da gäbâ??s `n fettes Yard und `ne Trainbomberszene, aber wie komm ich ins Yard?", schreibt ein User. Frei übersetzt will er wissen, wie er auf ein Bahngelände kommt, ohne erwischt zu werden. Konkrete Antworten bekommt er nicht, lediglich Beschimpfungen: "Solche Comments wären sogar für ´nen Bullen zu dumm."br /Die Jugendlichen wissen, dass Sprayen illegal ist. Doch das schreckt sie nicht ab. Gegenseitig geben sie sich Tipps, wo sie das beste Zubehör bekommen und wie sie es an ihren Eltern vorbeischmuggeln. Ihre Sprache ist versehen mit geheimen Codes, die für Laien kaum verständlich ist.br /Wenn zwei Graffitisprayer beispielsweise über "Toys" diskutieren, meinen sie nicht etwa Spielzeuge, sondern lästern über blutige Anfänger. Planen sie ein "Trainbombing", bedeutet das nicht, dass demnächst ein Zug in die Luft gejagt wird. "Bombing" steht dafür, dass ein "Tag" mit breitem Strich gemalt wird. Ein "Tag" wiederum ist das Erkennungszeichen eines Sprayers, das aus einzelnen Buchstaben besteht.br /Die Polizei hat kaum die Zeit, im Internet zu recherchieren. Für den Kreis Offenbach, Hanau und Main-Kinzig-Kreis gibt es seit 2002 zwar eine eigene Ermittlungskommission. Sie ist aber nur mit fünf Polizisten besetzt. "Das Zuständigkeitsgebiet ist einfach zu groß, um es regelmäßig abzufahren", bedauert die stellvertretende Sachgebietsleiterin Ursula Elmas. Jährlich bearbeiten die Beamten ungefähr 500 Anzeigen. Das reicht nicht aus, um genügend Vandalen zu "busten", also zu erwischen. Und so "rockt", "crosst" und "bombt" die Sprayer-Szene wei

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