Krankheits-Aufklärung in Schulen

Multiple Sklerose mit dem Projekt Run for Help kennenlernen

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Spaß ist trotzdem immer dabei: Für jede gelaufene Runde kassieren die Kinder von ihren Sponsoren Spendengeld.

Region Rhein-Main – Sie ist heimtückisch und erwischt ihre Opfer schleichend: Multiple Sklerose. Mit dem Projekt Run for Help soll Kindern die Krankheit bekannt gemacht werden. Von Dirk Beutel

City-Läufe werden in Deutschland immer mehr zum Renner. Immer mehr Veranstalter locken immer mehr begeisterte Athleten an – vom Hobbysportler bis zum Profi. Dazu gehören auch Firmen- und Benefizläufe, die Jahr für Jahr tausende Läufer an den Start locken. Eine Nummer kleiner ist dagegen Run for Help. Seit 13 Jahren organisieren die Landesverbände der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) den Sponsorenlauf. Die Idee: Die Krankheit soll in Schulen von Betroffenen erklärt werden. Für den Lauf werden im Vorfeld Sponsoren gesucht, die für die Laufleistung der Schüler Geld spenden. Der gesammelte Betrag wird danach geteilt. Eine Hälfte für die Schule, eine Hälfte kommt MS-Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen zugute.

Eine, die sich seit Jahren nicht nur in der Selbsthilfegruppe Offenbach/Frankfurt-Ost engagiert, sondern auch für Run for Help, ist Hilde Lommel. Für sie ist es immer ein besonderes Erlebnis, wenn sie ihre Krankheit jungen Menschen näher bringen kann. „Dass ein Mensch an Multipler Sklerose leidet, kann man von außen schließlich nicht erkennen. Deshalb können mich die Kinder alles fragen“, sagt Lommel. Als Leiterin der Selbsthilfegruppe ist sie es auch, die versucht, Schulen für das Lern-Lauf-Projekt zu begeistern. „Doch es ist in letzter Zeit etwas zäh geworden“, sagt Lommel. Sie habe das Gefühl, dass das Interesse für den Lauf abgenommen habe.

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Beim Landesverband sieht man die Lage entspannt. „Die Resonanz ist nach wie vor gut“, sagt Sonja Thelen, Sprecherin des Hessischen Landesverbandes. Auch Sylvia Buxmann, Projektleiterin beim Landesverband, ist zufrieden: „Immer mehr Schulen kommen auf die Idee mitzumachen.“ Dass es den Anschein haben mag, dass regional weniger Schulen aktiv sind, begründet sie mit fehlendem ehrenamtlichen Personal, die das Projekt vorantreiben.

„Gerade in einer Zeit, in der das Thema Inklusion immer wichtiger wird, sehen wir den Run for Help als eine Bereicherung im Umgang mit behinderten Menschen an“, sagt Projektleiterin Sylvia Buxmann. Besonders engagiert seien Schulen, wenn in deren Umfeld jemand an MS erkrankt sei. Wie etwa an der Bad Homburger Gesamtschule am Gluckenstein.

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