In der Gemeinde stehen die meisten Spielhallen

Spielhallen-Paradies Egelsbach: Das Las Vegas der Region

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Region Rhein-Main - Egelsbach ist Spitzenreiter für die Suche nach dem Glück. Hier stehen mit Abstand die meisten Spielhallen im Kreis Offenbach. Die 11.000-Seelengemeinde ist das Las Vegas der Region. Von Oliver Haas

Bislang war Egelsbach eher bekannt für seinen Flughafen, der vor allem auch von den Privatjets vieler Prominenter immer wieder angeflogen wird. Aber noch ein weiteres Superlativ hat die 11.000-Seelengemeinde zu bieten: Es ist das Las Vegas der Region. An vier Standorten befinden sich zwölf Spielhallen. Im Gewerbegebiet wurden in den vergangenen Jahren die mit Abstand meisten Daddel-Automaten aufgestellt. In Hessen legen die Kommunen die sogenannte Spiele-Apparate-Steuern selbst fest und die beträgt in Egelsbach 20 Prozent vom Umsatz. Und das Geschäft mit dem Glück ist sehr lohnend für den Egelsbacher Gemeindesäckel.

Bislang keine schlechten Erfahrungen gemacht

Laut Bürgermeister Jürgen Sieling hat der kleine Ort in den vergangenen zwei Jahren jeweils 800.000 Euro Steuern durch die Spielhallenbesitzer verdient. Aufgrund der guten Lage mit den Anschlüssen an die Autobahnen vor den Toren Frankfurts und Darmstadts sei der Standort für die Hallenbetreiber wohl lukrativ, so das Ortsoberhaupt. Gegenden mit vielen Spielhallen haben oft einen schlechten Ruf. Dunkle Ecken, schmierige Gestalten prägen das Klischee einer derartigen Region. In Egelsbach sei dies aber nicht so. „Wir sind froh, dass wir noch keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. Auch wenn man sagt, dass solche Spielhallen oft ein bestimmtes Klientel anlocken, hatten wir bislang polizeilich gesehen noch keine Probleme“, sagt Sieling. Egelsbach Ordnungsamtsleiter Michael Schmidt berichtet aber davon, dass die Gemeinde immer mal wieder Scharmützel mit den Betreibern ausfechten müsse: „Es wird schon oft vieles versucht, um Regeln zu umgehen.“

Heusenstamm ohne eine einzige Spielhalle

Da liegt manches in der Grauzone, berichtet Schmidt mit leicht genervtem Tonfall. Weiter anwachsen wird das „Las Vegas der Region“ aber nicht: Weitere Lizenzen dürfen nicht mehr vergeben werden. Den Abstiegsplatz in der Rangliste hat übrigens Heusenstamm. Zwölf Prozent wäre dort der Anteil der Kommune am Zocker-Geld, der in den bunten Automaten landet. Aber sehr traurig scheint man dort offenbar nicht zu sein, dass dies keine Einnahmequelle ist. „Ich begrüße es, dass wir hier keine Spielhallen haben“, so der Erste Stadtrat Uwe Michael Hajdu. Ergänzend dazu Pressesprecherin Regine Dinkelborg: „Warum es in Heusenstamm keine Spielhallen gibt, ist der gleiche Grund, warum es keinen Drogeriemarkt oder Gärtnerei gibt: Uns fehlen die Anfragen auf geeignete Grundstücke oder Immobilien.“

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