Für Sport, Kultur und Soziales

Spielbanken-Flaute: Geld fehlt in der Landeskasse

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Der Roulette-Kessel hat offenbar nicht mehr die Anziehungskraft, die er einmal hatte.

Region Rhein-Main – Wenn am Roulettetisch weniger Geld ins Spiel gebracht wird, dann kann das auch ein Konzertveranstalter auf dem Land oder der Sportverein um die Ecke zu spüren bekommen.

Denn die sinkenden Besucherzahlen in den hessischen Spielbanken machen sich auch in der Landeskasse bemerkbar – und daraus fließt natürlich ein Teil des nicht zweckgebundenen Geldes auch für den Sport, die Kultur oder das Soziale. Nach Angaben des hessischen Innenministeriums hat das Land im Jahr 2013 rund 46 Millionen Euro weniger durch Kasinoabgaben eingenommen als noch vor acht Jahren.

Gründe für die Flaute an den Roulettetischen gibt es nach Überzeugung der Kasino-Betreiber einige. Die Spielbank Bad Homburg spricht besonders den gesellschaftlichen Wandel an. „Die Menschen, die heute kommen, träumen nicht mehr vom großen Gewinn“, erklärte Spielbank-Direktor Lutz Schenkel.

Auch in Bad Homburg wird weniger gespielt

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Ein weitere Grund sei der illegale Online-Spielemarkt, erklärt der Marketing-Experte der Spielbank Wiesbaden, Peter Westkamp: „Das Internet macht vor Landesgrenzen nicht halt.“ Die steigende Zahl der Wettbüros sei für die Spielbanken ebenfalls zu einer ernsten Konkurrenz geworden. Auch die strengen Auflagen des 2008 bundesweit eingeführten Glücksspielstaatsvertrages seien schuld an der Krise. Ähnliche Situation in Frankfurt: „Da war es von Anfang an schlecht und wurde immer schlechter“, sagt Gerhard Wilhelm, Mitgeschäftsführer des Frankfurter Airport Casinos.

Wettbüros sind starke Konkurrenz

„Seit dem Jahr 2006 hat sich der Bruttospielertrag von rund 103 Millionen Euro auf 56 Millionen Euro reduziert“, rechnet Ministeriumssprecher Sebastian Poser vor.. „Je geringer diese Einnahmen werden, desto weniger Spielräume bestehen“, sagte Poser.

Einen direkten Nachteil für Bereiche wie etwa den Denkmalschutz gebe es aber nicht, erklärte Sprecher Mark Kohlbecher vom Wissenschaftsministerium. Dieser speise sich nicht aus den Abgaben der Kasinos. Das Finanzministerium entscheide, wohin das Geld fließe.

Die Abgaben der Erträge richten sich nach der Höhe des Bruttospielertrags. Nach Angaben des Finanzministeriums liegen diese zwischen 50 und 60 Prozent. Die Spielbank Wiesbaden spricht zu Spitzenzeiten von rund 90 Prozent. dpa

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