Spendenaufruf für ein Krankenhaus

Eritrea-Kindern fehlen Medikamente

+
Kinder, die nach kilometerlangen Fußmärschen das Krankenhaus Feledareb (im Hintergrund) erreicht haben. Es ist ist neben dem Krankenhaus in Enghela die zweite Einrichtung, die die Kapuziner-Schwestern betreuen.

Heusenstamm - Weil die Ernte wegen fehlendem Regen auszufallen droht, braucht Eritrea Hilfe. Schon jetzt sind Kinder bis zu 100 Kilometer zu Fuß unterwegs, um zum Krankenhaus zu gelangen. Doch dort gehen die Medikamente aus. Von Axel Grysczyk

Lesen Sie auch:

Spenden für gelähmten Jungen

Für Heinz Schiedhering gehört Helfen zu seinem Leben. Sein Glaube, seine Überzeugung, seine Nächstenliebe – das treibt ihn an. Aktiv ist er in der Heusenstammer Kolpingfamilie. Unter seiner Federführung schickt die Einrichtung seit 19 Jahren Hilfstransporte nach Eritrea an die Kapuziner-Schwestern, die dort im afrikanischen Osten zwei Krankenhäuser betreiben. Beide werden maßgeblich von der Kolpingfamilie mit Betten, Decken, Rollstühlen und vor allem Medikamenten unterstützt. Insgesamt sind schon 5250 Pakete mit Bettwäsche und medizinischem Material, 252 Krankenhausbetten und mehr als 200 Rollstühle verschickt worden. Für Schiedhering ist es Routine geworden: Hilfsgüter sammeln, Spenden eintreiben, mit Reedereien verhandeln, einen Container bestellen, in Windeseile alles verladen – um Kosten zu sparen – und dann hoffen, dass der Transport von Piraten verschont sicher in Eritrea ankommt. Dann muss er ein paar Schikanen der Regierung aushalten. Für jeden Tag, den das Schiff im Hafen liegt, werden nämlich zehn Dollar fällig. „Und die lassen es mindestens vier Wochen liegen“, sagt Schiedhering.

Ein Brief, der einen nicht kalt lässt

Doch was jetzt passiert ist, lässt den inzwischen 80-jährigen Hilfs-Profi nicht kalt. Der einzige Arzt des Krankenhauses Enghela, Dr. Kibrom Tseggai, hat Schiedhering einen Brief geschrieben. Die Regenzeit sei fast komplett ausgefallen, die Ernte droht miserabel zu werden, eine Hungersnot steht an. Schiedhering: „Derzeit ist so, dass Familien aus einer Entfernung von 100 Kilometern aufbrechen, um ihre unterernährten Kinder behandeln zu lassen.“ Das habe katastrophale Folgen: Denn die Mütter brechen oft erst dann auf, wenn’s eigentlich schon zu spät ist. Schließlich müssen sie die restliche Familie mit Kindern zurücklassen. Wenn sie dann im Krankenhaus ankämen, sei es oft schon zu spät.

Medikamente sind bald alle aufgebraucht

Tseggai berichtet, dass das Krankenhaus überfüllt ist. Die Medikamente – in der Hauptsache von der Kolpingfamilie organisiert und bezahlt – würden normalerweise ein Jahr lang reichen. Tseggai schätzt, dass sie diesmal nach nur ein paar Monaten aufgebraucht sind. Schiedhering war schon zigmal in Eritrea, hat sich immer wieder von der Arbeit und vom Einsatz der Hilfsgüter vor Ort überzeugt. „Wenn man in die Kinderaugen schaut, sind alle Anstrengungen vergessen“, sagt er. Jetzt hat er Bilder, die ihn beunruhigen. Er muss mit den Tränen kämpfen, bei so viel Leid. Aber für den 80-Jährigen heißt es: Ärmel hoch, anpacken, noch mehr helfen! „Wir werden versuchen, einen zusätzlichen Container mit Medikamenten zu organisieren. Dafür brauchen wir aber Geld.“

Spenden werden dringend benötigt

Ein wenig hofft Schiedhering auch auf die vorweihnachtliche Spendenbereitschaft nicht nur der Bürger, sondern auch der Firmen, etwa wenn auf das Versenden von Weihnachtskarten verzichtet und das Gesparte stattdessen gespendet wird. Wer Geld spenden möchte, kann dieses mit dem Stichwort „Hilfe für Eritrea“ auf das Konto der Kolpingfamilie Heusenstamm mit der Nummer 04030284 bei der Sparkasse Langen-Seligenstadt (BLZ 506 521 24) einzahlen oder überweisen. Der EXTRA TIPP wird die Eritrea- Spendenaktion weiter verfolgen und über den Fortgang der Aktion berichten.

Mehr zum Thema

Kommentare