Skeptiker entlarven Verschwörungen

Von Jennifer Dreherbr /Roßdorf - Waren die Menschen wirklich auf dem Mond? Sind die Nebengebäude des World Trade Centers am 11. September 2001 wegen Bombenexplosionen eingestürzt? Mit wissenschaftlichen Methoden geht der Verein der Skeptiker in Roßdorf diesen Fragen auf den Grund.

Alternativmedizin, Astrologie, Wahrsagerei oder Kornkreise: Sie machen vor keinem Thema halt. Ihr Ziel ist es, die Wahrheit herauszufinden.br /Uri Geller bezeichnet sich als Mentalist. Mit seinen Tricks tritt er vor einem Millionenpublikum im Fernsehen auf. Doch amerikanische Freunde der Roßdorfer-Skeptiker sind ihm auf die Schliche gekommen.br /Deren Erkenntnisse hat Amardeo Sarma, Vorsitzender der Skeptiker, 2004 bei Stern TV präsentiert. Live hat er Gellers "Uhren-Trick" entlarvt. Der bringt angeblich mittels seiner übersinnlichen Fähigkeiten kaputte Uhren wieder zum laufen. "Alles Schwindel", sagt Sarma. "Alte Uhren brauchen oft nur etwas Wärme, damit sie wieder funktionieren." Trotzdem sei auch er nicht sicher gewesen, ob es funktionieren würde. "Mir standen die Schweißperlen auf der Stirn", erinnert sich der 53-Jährige. Ganz ohne Zaubersprüche allein durch Körperwärme tickten schließlich wieder vier Uhren. Auch Gellers "Löffel-Trick" hat nichts mit Übersinnlichem zu tun. In der Geschäftstelle der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (Gwup) zeigt Sarma mit einem ganz normalen Teelöffel aus der Mitarbeiterküche, wie es funktioniert. "Alte Löffel haben oft Risse", erklärt Sarma, während er den Löffelhals mit Daumen und Zeigefinger ganz fest zusammen drückt. Dann biegt er ihn hin- und her. "So einfach ist das", sagt Sarma. Tatsächlich lässt sich der Löffel anschließend verbiegen.br /Nicht nur Geller haben die Skeptiker entlarvt. Auch zirka 100 Testpersonen wollten der Gwup beweisen, dass sie übersinnliche Fähigkeiten besitzen. Alle sind gescheitert. Sollte es doch jemand schaffen, wartet ein Preis von 10.000 Euro auf ihn. "Die Menschen glauben tatsächlich an ihre Fähigkeiten", sagt Sarma. "Auch wenn sie beim Test scheitern." Unter streng kontrollierten Bedingungen prüfen die Skeptiker die Fähigkeiten ihrer Bewerber. Die Warteliste ist lang. Jeder Wahrsager, Heiler und Magier würde gern die wissenschaftliche Bestätigung über seine Fähigkeiten bekommen. Doch die Skeptiker sind nicht leicht zu täuschen. Unter den 850 Vereinsmitgliedern sind unter anderem Ingenieure, Ärzte, Mathematiker oder Psychologen. Jeder kann Mitglied werden.br /"Wer es schafft, unter unseren Testbedingungen seine Fähigkeiten zu beweisen", berichtet Sarma, "der hat die Chance, in den USA eine Million Dollar zu bekommen, wenn er auch dort die Tests meistert."br /Ebenfalls unter der kritischen Beobachtung der Skeptiker stehen die Astrologen. Am Ende jedes Jahres prüft die Gwup, ob deren Prognosen wirklich eingetroffen sind. "Oft sind die Aussagen wenig konkret", erklärt Sarma. "Dass es irgendwo auf der Erde im Laufe eines Jahres eine Flut geben wird, ist so wahrscheinlich wie, dass morgen die Sonne aufgeht." Die Auswertungen von 165 Prognosetexten des vergangenen Jahres hat ergeben, dass die Hellseher überwiegend daneben lagen.br /"Wir wollen die Dinge darstellen, wie sie wirklich sind", sagt Sarma. Diesem Ziel hat sich die Gwup-Zeitschrift, der "Skeptiker", verschrieben. Sie informiert über aktuelle Themen, wie zum Beispiel Homöopathie, schwarze Löcher oder die Anschläge des 11. September.br /Einige Behauptungen der Verschwörungstheoretiker haben die Skeptiker entkräftet, beispielsweise, dass die Nebengebäude durch Bomben zum Einsturz gebracht wurden. "Das ist nicht wahr", stellt Sarma klar. "Das Baumaterial konnte einfach der Hitze nicht stand halten." Ebenfalls kursieren noch heute Behauptungen, die Amerikaner seien 1969 nicht auf dem Mond gelandet. Sarma ist nach Abwägen der Argumente überzeugt: "Die Mondlandung hat es gegeb

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