Bürgermeister beklagt hohe Kosten

Heusenstammer Skaterpark an die Wand gefahren?

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Bei einem sind sich die Städte und Kommunen im Kreis Offenbach einig: Skateranlagen sind beliebt. Doch die Kosten für die Instandhaltung sind unterschiedlich.

Kreis Offenbach - Sie waren beliebt und sind es noch heute: Skateranlagen. Doch Heusenstamms Bürgermeister klagt über die teure Wartung. Bedeutet das das Ende der Skater-Paradiese im Kreis Offenbach? Von Angelika Pöppel

Angefangen in den 60er Jahren erlebte das Skateboarden in jedem folgenden Jahrzehnt wieder einen Boom und ist bis heute Kult unter Jugendlichen. Kein Wunder, dass auch kleinste Gemeinden eine Skateranlage betreiben, auf der sich Inlineskater, BMXer und Skateboard-Fahrer austoben können. Allerdings hinterlässt das auch Spuren. Der beliebte Treffpunkt rund um die Halfpipe kann nämlich richtig teuer werden. Das beklagt zumindest Heusenstamms Bürgermeister Peter Jakoby: „Wir haben

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die Anlage für viel Geld bauen lassen und stecken jedes Jahr wieder Geld rein.“ Zwischen 50.000 und 60.000 Euro kostete die Holzkonstruktion. Allein 2013 und 2014 steckte die Stadt jeweils 15.000 Euro in die Instandhaltung. Mit der Anlage werde auch nicht zimperlich umgegangen, sagt Jakoby. Die hohe Belastung, Feuchtigkeit und andere Witterungsbedingungen machen der Anlage zusätzlich zu schaffen. Soll das Skater-Paradies deshalb abgerissen werden? Nein. „Aber ich kann nicht sagen, wie die Stadt damit in Zukunft umgehen wird, wenn die Kosten weiter ansteigen“, sagt der Bürgermeister. Doch die hohen Wartungskosten hätten verhindert werden können, behauptet Daniel Beck von der Skateboard-Schule in Frankfurt, der am Bau der Anlage beteiligt war. „Statt in einen guten Belag zu investieren, wurde das Billigste vom Billigen verwendet“, kritisiert Beck.

Kritik: Zu billigen Belag verwendet!

Diesen Vorwurf bestätigen auch die geringen Wartungskosten in anderen Kommunen. „Die Unterhaltungskosten für die Skateranlage in Rodgau sind nicht höher als bei einem Spielplatz“, sagt Anita Baksi vom Fachbereich Grünanlagen und Forst in Rodgau. Deshalb gäbe es auch keinerlei Überlegung die Skateranlage am Badesee in Nieder-Roden platt zu machen. Auch Dreieich zahle im Jahr gerade Mal 100 Euro für die Instandhaltung der beiden Skateranlagen, verrät Sprecherin Rosemarie Allen. In Dieburg versucht die Stadt noch das Problem mit der Vermüllung der Anlage in den Griff zu bekommen. Vor allem nachts dient das Skater-Mekka eher als Party-Location. Aber auch das sei kein Grund dafür, die Skater zu vertreiben, sagt Sprecherin Ulrike Posselt. Auch Neu-Isenburg sieht im Betrieb der Skateranlage keine Probleme und Seligenstadt sowieso nicht: Die Skateranlage musste für einen Kita-Neubau weichen und bisher ist noch kein neuer Standort gefunden worden.

Betonkonstruktionen sind witterungsbeständiger

Gegen eine Holzkonstruktion hat der Experte Beck generell nichts einzuwenden, wenn der Belag stimmt. Eine Betonkonstruktion verzichtet dabei auf zusätzlichen Belag, kostet aber mehr. „Zwischen 80.000 und 100.000 Euro kommen da zusammen“, sagt Beck. Doch Beton sei ganz klar wetterbeständiger. Und deshalb hat der Experte beim Bau der Heusenstammer Anlage auch zur robusteren Variante geraten. Und es ist noch nicht zu spät: „Es macht auch jetzt noch Sinn den Belag hochwertig zu erneuern.“

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