Sie sind überall und sehen alles: Polizisten, die Knöllchen verteilen

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Leeroy Schnücker von der Stadtpolizei Frankfurt beim Aufschreiben eines Falschparkers.

Region Rhein-Main – Falsch parken, zu schnell fahren oder über die rote Ampel rasen. Das sind alles Ordnungswidrigkeiten, mit denen viele Autofahrer schon Erfahrungen gemacht haben. Städte wie Frankfurt nehmen dadurch Bußgelder in Millionenhöhe ein. Von Silke Gottaut

In Oberursel wurden im Jahr 2010 zirka 13.500 Strafzettel verteilt. Eingenommen hat die Stadt dadurch 250.000 Euro. 2007 sind es noch 430.000 Euro gewesen. Dass die Einnahmen 2010 so gering ausgefallen sind, liegt daran, dass aufgrund veralteter Technik der Blitzer im Messwagen oft nicht einsatzbereit gewesen ist. Täglich sind elf Ordnungspolizisten in Oberursel auf Streife. Die Einnahmen aus den Strafzetteln fließen ins Budget des Bereiches Sicherheit und Ordnung.

Der Stadt Frankfurt bringen die Strafzettel mehrere Millionen Euro im Jahr ein. 2010 waren es bei zirka 865.000 Fällen 16 Millionen Euro. Und 2007 wurden etwa 680.000 Fälle registriert und 12,65 Millionen Euro eingenommen. 53 städtische Polizisten und 62 Leiharbeitnehmer, von denen allerdings nicht alle Ordnungswidrigkeiten aufschreiben dürfen, sind von Montag bis Sonntag im Einsatz. Gerade bei Fußballspielen oder auch bei Messen und anderen Großveranstaltungen gibt es viel zu tun. Aber nicht nur durch den aufmerksamen Blick der Politessen fallen Ordnungswidrigkeiten auf. Auch Anwohner halten ihre Augen offen. Und wenn diese ein falsch parkendes Auto vor ihrer Haustür sehen, dann petzen sie dieses gern der Polizei. „Es gehen ungefähr 20.000 Anrufe von Anwohnern im Jahr beim Verkehrssicherheitstelefon ein“, sagt Rainer Michaelis, Abteilungsleiter der Verkehrssicherheit im Straßenverkehrsamt. Allerdings gibt es in Frankfurt das netteste Knöllchen. Auf der Rückseite ist ein Smiley abgebildet, verbunden mit dem Hinweis, dass sich das Ordnungsamt freuen würde, wenn sie zukünftig keine Verwarnung mehr erteilen müssten.

In Offenbach wurden 2010 insgesamt 138.000 Ordnungswidrigkeiten von der privaten Hilfspolizei und der Stadtpolizei festgestellt. Eingenommen hat die Stadt dadurch ungefähr 1,4 Millionen Euro. 2007 waren es hingegen 163.000 Delikte und dadurch kassierte Offenbach knapp 1,6 Millionen Euro, die jeweils in den städtischen Haushalt eingeflossen sind. Jens Teschner, Abteilungsleiter im Ordnungsamt Offenbach sagt: „Die Anzahl an Strafzetteln nimmt ab, weil sich der Kontrolldruck erhöht hat. Die Leute werden vorsichtiger“. Auch in Offenbach sind es oft Anwohner, die zum Hörer greifen und Autofahrer verpetzen. Laut Teschner kommen oft solche Fremdanzeigen bei Fußballspielen oder Flohmärkten vor.

In Hanau lagen die Einnahmen 2010 bei mehr als 100.000 Fällen bei zirka 1,15 Millionen Euro. Im Jahr 2007 wurden über 115.000 Delikte protokolliert und dadurch etwa 1,28 Millionen Euro eingenommen. 20 Ordnungspolizisten gehen hier auf die Jagd nach Verkehrssündern.

In Mörfelden-Walldorf lagen 2010 die Einnahmen bei etwa 13.000 Knöllchen bei 200.000 Euro. Im Jahr 2007 wurden 275.000 Euro eingenommen und über 11.500 Strafzettel verteilt. Sechs Ordnungsbeamte machen hier ihren Job.

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