Kreative Basteleien

Wenn aus Kronkorken Kunst wird

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Silke Wierlemann bei der Arbeit an neuen Kronkos in der Frankfurter Villa Sandweg.

Frankfurt – Um mit ihren selbst designten Kronkorken, den „Kronkos“, Erfolg zu haben, hat Silke Wierlemann viel gewagt. Sie gab ihren Job auf und machte sich selbstständig. Von Fabienne Seibel

Vor vier Jahren stanzte Silke Wierlemann ihren ersten „Kronko“. Nun hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und ihren sicheren Job in der IT-Branche aufgegeben, um sich selbstständig zu machen. Doch damit über die Runden zu kommen ist nicht leicht. „Irgendwann wurde alles zu viel. Ich konnte von den Kronkos nicht mehr ablassen und habe mich ihnen nun ganz gewidmet. Jetzt muss ich sehen wie ich damit zurecht komme“, sagt die Frankfurterin.

Angefangen hat alles bei einer Mutter-Kind-Kur vor ein paar Jahren. „Während dieser Zeit habe ich bemerkt, dass mich Basteleien entspannen. Das ist auch noch heute so“, sagt die 47-Jährige. Die Idee zum Selbstausprobieren entstand, als Wierlemann einen Zeitungsartikel las, der von einem Mädchen aus den USA berichtete, die sich ihren Schulspint mit Magneten aus selbstgebastelten Kronkorken verzierte. „Ich hatte zu Hause auch einen Stanzer und habe fast ein halbes Jahr lang rumprobiert, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war“, sagt die zweifache Mutter.

Eigener Raum zum Arbeiten

Mittlerweile kann man die bunten Kronkos in der Villa Sandweg, einem kleinen Laden im Frankfurter Nordend, bewundern. „Zu Hause hat das mit den Kronkos überhand genommen. Meine Familie war schon genervt und ich musste mir eigenen Raum zum Arbeiten und Nachdenken schaffen.“

Bei den Kronkorken, die in der Innenseite mit von Hand eingestanzten Motiven verziert sind, ist für jeden etwas dabei: Witzige Sprüche, Tierbilder, Blumenmuster, auf Wunsch auch Fotos von den Kunden oder auch mal ein selbstgemaltes Bild von Wierlemanns Kindern. Das Besondere sind die verschiedenen Tragevarianten. Mit einem kleinen Magnet versehen kann man die Kronkos an die Pinnwand oder den Kühlschrank hängen, als Button an der Kleidung oder an einer Kette um den Hals tragen. Manche Kundinnen stellen Wierlemann‘s Kronkos aber auch als Ring an den Händen zur Schau.

Die neueste Kreation der gelernten Reiseverkehrskauffrau: Die „Kronkarten“. Ansichtskarten, Geburtstagskarten oder auch Weihnachtskarten, die mit einem Kronko versehen sind. „Mir ist es wichtig, immer etwas Neues zu machen. In der Kreativ-Branche ist die Konkurrenz groß und es sprudeln oft neue Ideen aus mir heraus, die ich dann schnell umsetzen will“, sagt Wierlemann. Neugierige können sich die Kunst aus Kronkorken auch auf der Kunst-Messe „eigenArt“, die am 23. und 24. November in der Neu-Isenburger Hugenottenhalle stattfindet, aus der Nähe betrachten. Über 60 Aussteller zeigen an diesem Wochenende eine ausgefallene Mischung aus Kunst, Lifestyle, Schmuck, Klamotten und Grafikdesign.

Mittlerweile gehen die Kronkos nicht nur in der Villa Sandweg, sondern auch in 25 anderen Läden in ganz Deutschland über die Theke. „Damit es sich rentiert, müssten die Kronkos an viel mehr Stellen verkauft werden. Natürlich muss ich von meiner Arbeit leben können, aber Freude bei den Kunden und nette Worte bereichern mich mehr als Geld “, sagt die 47-Jährige.

Weitere Infos zu den Kronkos gibt`s auf www.kronkos.de.

Fotos von den bunten Kronkorken

Kunst aus Kronkorken von der Frankfurterin Silke Wierlemann

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