Sie sind die Service-Engel aus dem Ben-Gurion-Ring

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Ladenbesitzer Cong Thanh Pham und seine Frau Than Hoa Nguyen erweitern ständig ihr Angebot.

Frankfurt – Ohne Cong Thanh Pham und seine Frau Than Hoa Nguyen wäre es für die Bewohner des Ben-Gurion-Rings ein beschwerlicher Fußmarsch, um eine Briefmarke zu kaufen. Vor allem für ältere Menschen. Sie müssten den Berg runter nach Bonames zur Postagentur und dann wieder hochlaufen. Doch das vietnamesischen Paar und ihr Schreibwarenladen machen ihnen das Leben einfacher. Auch ohne Post. Von Norman Körtge

Es ist ein Kommen und Gehen. Selbst am Mittwochnachmittag, dem ruhigsten Tag in der Woche, geht die Tür des Schreibwarenladens im Ben-Gurion-Ring 56 ständig auf und neue Kundschaft kommt herein. Seit dem Cong Thanh Pham und Than Hoa Nguyen den Laden vor gut einem Jahr eröffnet haben, ist der Kundenstamm beständig gewachsen. Das hat Gründe.

Wir reagieren auf die Kundenwünsche“, sagt Thanh Pham und lächelt. Es ist ihm ernst und nicht ein einfach so dahin gesagter Werbespruch. Beständig hat er in den vergangenen Monaten das Angebot in dem kleinen Laden erweitert und damit auch der Einkaufspassage im Ben-Gurion-Ring neue Attraktivität verliehen.

Poststelle fehlte

Tabak, Zigaretten, Zeitschriften und Zeitungen gehörten schon immer zum Standard. Den 7000 Bewohner fehlte allerdings eine Poststelle. „Ich kenne die Problematik sehr genau, da meine Eltern hier schon lange wohnen“, berichtet er. Also kümmerte er sich auch darum, fragte bei verschiedenen Unternehmen an.

So wurde sein Geschäft zu einem Hermes-Paketshop. Auch die Post wollte eine Agentur eröffnen. „Als sie sahen, dass hier auch schon Hermes ist, hatten sie kein Interesse mehr“, erzählt er. Aber zumindest läuft über seinen Schreibwarenladen die Nachbarschaftsannahme für Post-Pakete, wenn der Empfänger nicht da ist. Und Briefmarken kauft er selbst ein. „Daran verdiene ich nichts. Ist aber ein Service und bringt Laufkundschaft“, sagt er. Zum Service gehören auch Passfotos, Fotokopien, Faxe verschicken, Druckerpatronen und Schulmaterial wie Stifte, Schnellhefter und Radiergummi. Für Leute die mobil sind, sei das alles nichts besonders, meint er. Aber für allen anderen im Ben-Gurion-Ring ist es eine Steigerung der Wohnqualität.

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