Sidney Späth setzt die Trends im Nachtleben

Von Jennifer Dreherbr /Region Rheinmain - Jede Minute klingelt das Handy. Das Notebook hat er immer dabei. Seine Meinung ist gefragt, wenn es um Events und Partys geht. Sidney Späth ist das Trendbarometer im Nachtleben der Region.

Ob Robert Johnson, MTW, Kingka Suite oder Cocoon Club: Überall hat der 34-Jährige seine Finger im Spiel. Einmal im Monat wird er selbst zum Gastgeber und lädt zum Jet-Club - eine Party nur für ausgewählte Mitglieder, auf der es Kaviar, hübsche Frauen und Champagner gibt. Sarah Connor und Loona waren schon zu Gast.br /Späth hat eine Sicherheitsfirma und eine Event-Agentur. Doch er arbeitet nicht mit jedem zusammen. "Bei uns arbeitet nicht das, was klassisch unter Türstehern verstanden wird", erklärt Späth. Es seien keine 150-Kilo-Kolosse, die weder Umgangsformen noch deutsch können. "Alle, die im Club arbeiten, heißen Sicherheitsmitarbeiter, ob sie vorne am Eingang stehen oder die VIP-Lounge betreuen", sagt er. Ohnehin sei das Publikum in der Region anspruchsvoll und daher würden auch die Sicherheitsmitarbeiter geschult. "Erfolgreiche Anwälte sind teilweise kaum vom Mechaniker zu unterscheiden", sagt Späth.br /Um nicht die falschen an der Tür abzuweisen, hilft ein kurzes Gespräch. "Wir wissen dann noch nicht, was derjenige genau macht", gibt Späth zu: "Aber wir können die Person besser einschätzen." Wer gleich aggressiv wird oder blöde Sprüche macht, der bleibt dann draußen.br /Mit der Sicherheit hat bei dem Rüsselsheimer alles angefangen. Mit einer Clique veranstaltete er vor 18 Jahren Partys. Er war zuständig für die Türsteher. "Wir haben an ungewöhnlichen Orten gefeiert", erinnert er sich: "Im Rathaus, in einem Tunnel oder im Stadttheater." Das kam so gut an, dass Späth der Branche treu geblieben ist. Und er beobachtet einen neuen Trend: "Heute gibt es mehr kleine Partys an wechselnden Orten." Die Gastronomen müssten da umdenken. "Früher konnte man drei Tage die Woche einen Club füllen", sagt Späth. Doch heute sei das nicht mehr möglich. Die Leute wollen mehr Abwechslung und ihr Geschmack ist spezieller geworden, was die Musik und das Ambiente betrifft.br /Ein leerer Club ist für einen Veranstalter eine Katastrophe. Dabei geht nicht nur viel Geld, sondern auch Ansehen verloren. Deshalb setzt Späth hohe Ansprüche an sich selbst und das, was er macht.br /Der Jet-Club verkörpert seiner Maxime. "Ich kenne jeden Gast", sagt Späth. Wer zu seiner Musik - elektronische Klänge - tanzen will, der muss hübsch, ausgefallen oder bekannt sein. Manchmal gibt es sogar Gratis-Kaviar und hübsche Tänzerinnen die Champagner verteilen.br /Und auch die Tänzerinnen selbst sind nicht mit Go-go-Girls in Großraumdiscos zu vergleichen. "Bei uns tanzen mitunter ausgebildete Ballett-Tänzerinnen in edlen Kostümen", beschreibt Späth. Auch Kunstwerke oder eine Fashion-Show hat er schon in den Jet-Club integriert.br /Es gibt sogar E-Mail-Verteiler, in denen die Leute nach Wichtigkeit sortiert sind. "Aber wir freuen uns auf neue Gesichter", so Späth. Daher können auch EXTRA TIPP-Leser bald beim Jet-Club dabei sein (siehe roter Kast

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