Sexy Orient: Ihr schauen Männer auf den Bauch

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Ánatha Hahnemann beherrscht die Kunst des Baichtanz immer mit einem Lächeln.

Frankfurt – Sie lässt die Hüften kreisen. Ihr Becken zuckt im Takt der Musik. Dabei wirft sie ihre pechschwarzen langen Haare in den Nacken und streckt die Arme mit schlangenhaften Bewegungen in die Luft. Was für den Laien schmerzhaft aussieht, macht Ánatha Hahnemann schon seit knapp 30 Jahren. Von Mareike Palmy

Ánatha ist die Pionierin des orientalischen Tanzes in Deutschland. Schon seit 1981 unterrichtet sie mit Begeisterung Bauchtanz. Nächstes Jahr feiert sie ihr Unterrichtsjubiläum.

Was man sonst nur auf Hochzeiten oder der Firmenweihnachtsfeier sieht, betreibt Ánatha Hahnemann hauptberuflich: Sie ist professionelle Bauchtänzerin und Lehrerin für orientalischen Tanz in Sachsenhausen.

In ihrem Studio in der Mörfelder Landstraße 64 gibt Ánatha jeden Tag Kurse für tanzbegeisterte Frauen. In dem großen Saal mit verspiegelten Wänden und Parkett veranstaltet sie regelmäßig Kurse, Workshops und Einzelstunden. Jeder Unterricht beginnt mit Übungen aus dem Yoga- und Meditationsbereich damit der Körper optimal auf das Tanzen vorbereitet ist: „Der gesundheitliche Aspekt ist mir sehr wichtig", sagt Ánatha. „Deshalb nehme ich seit kurzem an einer Fortbildung in Tanzmedizin teil.“

Striptease des Orients ist mehr als Blankziehen

Viele Menschen halten Bauchtanz immer noch für den Striptease des Orients, dabei zählt der Tanz zu den wichtigsten Kulturformen der fernöstlichen Welt und hat mit dem westlichen Blankziehen nichts zu tun.

Eigentlich ist sie gelernte Bankkauffrau. Zuvor hat sie Soziologie studiert. „Der Bürojob war mir einfach zu langweilig“, sagt die quirlige Tänzerin: „Hinter dem Schreibtisch zu versauern, war nicht gerade mein Zukunftstraum“.

Ihr Alter will die hübsche Frau nicht verraten, aber sie war die Erste im deutschsprachigen Raum, die Ausbildungsgruppen für orientalischen Tanz leitete. Als der Bauchtanz in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte, begann Ánatha ihn in Frankfurt zu erlernen. Inzwischen kann sie auf mehr als 20 Jahre Ausbildungserfahrung zurückblicken.

„Al-Zuhara“ die achtköpfige Tanzgruppe von Ánatha in Aktion.

Ein bisschen „Shimmy“ (schütteln des Körpers von Kopf bis Fuß mit Hilfe der Bauchmuskeln) hier, ein bisschen „Shimmy“ da und schon fühlt man sich, wie auf einem Basar in Marokko.Tanzen bedeutet für Ánatha alles. Ihr Können und Fachwissen hat sie sich durch zahlreiche Schulungen und Kurse angeeignet. Viele Tanztechniken hat sie sich von bekannten Lehrern aus Europa, USA, Ägypten, Tunesien, Marokko und der Türkei abgeschaut. Insgesamt 50 Lehrer hatte sie bisher.

Requisiten gehören zum Tanzen dazu. Ob Tücher, Stöcke, Seidenschleier oder Säbel, ihr Repertoire umfasst viele Gegenstände. Nur eine Phyton hat sie sich noch nicht um den Hals gelegt.

Wenn ihre Auftrittsgruppe „Al-Zuhara“ loslegt, dann verwandelt sich die Bühne in eine Welt aus tausend und einer Nacht. Arabische, türkische, spanische und lateinamerikanische Einflüsse machen jede Aufführungen zu einem ganz besonderen Event.

Seidenschleier, Glasperlen und Shimmy, Shimmy

Fernöstliche Musik und die bunten, mit Glasperlen verzierten Kostüme, erinnern ein wenig an die Bollywood-Filme im Kino. Doch was so einfach aussieht, bedeutet viel Arbeit. „Wir entwickeln uns ständig weiter“, berichtet Ánatha: „Für einen Auftritt üben wir oft wochenlang“. Ánathas Name bedeutet „für immer“, das ist auch ihr Ziel: Tanzen bis in die Ewigkeit.

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