Trends auf der IAA in Frankfurt

Parkhilfe und Kommunikation: Autos der Zukunft sind vernetzt

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Immer mehr Autos sind mit Smartphones vernetzt. Dieser Trend ist ein Schwerpunkt der IAA.

Frankfurt – Autos, die von allein einparken und miteinander kommunizieren, stehen vor dem Durchbruch. Das können Besucher auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt erleben. Von Christina Langenbahn

Im Mittelpunkt der Messe steht die digitale Welt der Mobilität. „Die IT wird mit rasantem Tempo in die neuen Autos integriert“, sagt Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Veranstalter der IAA. „Das vernetzte und automatisierte Fahren ist der Schwerpunkt dieser Messe – ergänzt um die Elektromobilität sowie die weitere Optimierung der klassischen Antriebe.“ Besonders spannend dabei: Derzeit wird an Entwicklungen gearbeitet, die komplette Neuerungen darstellen. Schon jetzt könne man jedes vierte neu gekaufte Auto mit dem Smartphone verbinden. Wenn Autos vernetzt und automatisiert fahren, werden sie noch sicherer. „Auffahrunfälle gehören künftig der Vergangenheit an“, sagt Wissmann. Auch spannend: Weil vernetzte Autos miteinander kommunizieren, können Staus vermieden werden.

ADAC sieht Vernetzungstrend skeptisch

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Ulrich Buckmann vom Fachbereich Technik des ADAC bestätigt den Vernetzungstrend. „Allerdings muss man sich immer fragen, ob es wirklich einen Bedarf gibt, oder ob die Industrie mit solchen Entwicklungen nur ihre Autos interessanter machen möchte“, sagt Buckmann. Der Trend werde von manchen Kunden und Datenschützern kritisch gesehen. „Sie fragen sich, ob die digitalen Verbindungen von Dritten missbraucht werden könnten. Wenn die Technik so weit ist, könnte man zum Beispiel den Motor von außen ausschalten“, sagt Buckmann. Das autonome Auto, das ganz von allein fahre, werde in Deutschland nicht von allen positiv aufgenommen. „Die Leute wollen ja selbst Auto fahren, vielen macht das Spaß.“ Für Geschäftsleute mit hohen Jahresfahrleistungen könne es aber entlastend sein. Wie aus einem Science-Fiction-Roman klingt die Vision vom Auto, das zugleich fahren und fliegen kann. „Das wird es wahrscheinlich irgendwann geben“, sagt Buckmann. Denn schon jetzt beschäftige sich das EU-Projekt myCopter mit einem Prototyp.

Experte: "Infrastruktur muss besser ausgebaut werden"

Diese Zukunftsvision ist aber für die aktuelle IAA noch kein Thema. Ganz im Gegenteil zu Elektroautos. „Gerade in der Stadt haben Elektrofahrzeuge enorme Vorteile: Sie fahren lokal emissionsfrei und haben deutlich geringere Nutzungskosten“, sagt Matthias Wissmann. Allerdings seien mehr Ladesäulen sowie Beschaffungsprogramme für Autos mit Elektroantrieb notwendig“, sagt Wissmann. Ulrich Buckmann stimmt zu: „Die Infrastruktur muss besser ausgebaut werden“, sagt der ADAC-Fachmann. Außerdem sei der Preis noch zu hoch. „Im Moment sind Elektroautos für den Normalverbraucher noch nicht wirklich das Thema.“ Alle Informationen gibt es auf der Internetseite www.iaa.de. Noch mehr zur IAA gibt"s in der Beilage im Innenteil.

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