In seinem Keller lagern 100 Jahre Filmgeschichte

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Über 1400 Filmplakate hat Manfred Stute gesammelt. Darunter sind viele Raritäten.

Frankfurt – Gestapelt bis unter die Decke, bunkert der Frankfurter Manfred Stute über 1400 Filmplakate in seinem Haus. Nebeneinander gehängt, könnte man damit das Mainufer von Frankfurt bis Offenbach bestücken. Von Mareike Palmy

„Ich kann an keinem Plakat vorbeigehen“, sagt der 60-jährige Sammler, der die gerollten Transparente wie wertvolle alte Weinflaschen lagert. „Wo noch Platz ist, wird aufbewahrt“, so der Frankfurter.

"Jedes Plakat ist reizvoll"

Wie Weinflaschen lagern die Filmplakate.

Manfred Stute sammelt seit über 30 Jahren gemalte Kinotransparente. In den 50er und 60er Jahren prägten sie das Bild der Kino-Fassaden, warben in knalligen Farben für den neuesten Streifen.

Schon als Kind faszinierte ihn die Optik der Plakate. Vor allem die Leuchtkraft und die künstlerische Gestaltung inspirierten ihn zum Hingucken und Sammeln: „Sie haben alle ihren Charme. Auch die, die nicht so schön gemalt sind“, erklärt Stute.

Heutzutage zeigen Filmplakate zumeist Filmszenen, kaum noch ein Filmplakat wird von Hand gezeichnet. „In den 50ern und 60ern galten Kinotransparente als ultimatives Werbemittel“, erklärt Manfred Stute, „jedes Exemplar wurde auf Leinwand gearbeitet und zusammen mit den Filmrollen von Kino zu Kino gesandt.“

Unter den 1400 Kinoplakaten befinden sich auch Raritäten 

Viele Schätze befinden sich unter Manfred Stutes großer Sammlung, denn die Werbe-maler brachten zum Teil kuriose Werke zu Tage: „Die meisten haben keinen künstlerischen Wert, sagen aber umso mehr über den jeweiligen Zeitgeist aus: Filme wie „Erotik am Abgrund“ oder „Wenn die Hüllen fallen“ wurden oft mit unmissverständlichen Silhouetten beworben“, weiß der gelernte Werbetexter. Doch gerade die seltenen Plakate der Sittenfilme, mit kuriosen Momenten und besonderen grafischen Aspekten liegen Manfred Stute am Herzen. Die Preise für solche Raritäten schwanken allerdings. Seltene Exponate kosten schon mal fünfstellige Summen. „Ich würde die Transparente nicht unbedingt als Kunst bezeichnen“, sagt Stute, „auch ihr Wert als Wohnzimmer-Deko hält sich in Grenzen, denn die Größe erschlägt einen nach ein paar Wochen.“

Als Wohnzimmer-Dekoration sind die Plakate nicht geeignet

Stutes Sammlung erweitert sich stetig. Filme wie „Frühstück bei Tiffany“ und andere Kassenschlager hat Manfred Stute auf Papier. Ein Plakat fehlt ihm allerdings noch in seiner Sammlung: „Meinen Lieblingsfilm „The Wall“ brauche ich noch auf Transparent, aber den habe ich noch nicht gefunden“, so Stute.

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