Sehr wohlhabend und sehr sicher

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Auffälliger Anstieg von Körperverletzungen im Hochtaunus: Vor allem in Verbindung mit Alkoholexzessen haben vergangenes Jahr öfter die Handschellen geklickt.

Taunus – Der Hochtaunus gehört zu den sichersten Regionen im Rhein-Main-Gebiet. Wie die Kriminalstatistik verrät, ist die Anzahl der Straftaten auf ein Rekordtief gesunken. Von Dirk Beutel

Bei den besonderen Ermittlungsverfahren der Polizeidirektion Hochtaunus stechen vor allem zwei Fälle hervor: Zum einen der Mord an der 84-jährigen Brasilianerin, die am Nachmittag des 8. Juli 2011 tot in einer Wohnung in Oberursel gefunden wurde, beschäftigt weiter die Polizei. Mittlerweile richten sich die Ermittlungen auch gegen den Schwiegersohn der Getöteten. Und natürlich: Die Busentführung von Thomas Feldhofer in Kronberg, die bundesweit Schlagzeilen gemacht hat. Er war zeitweise der am meisten gesuchte Gewaltverbrecher in Deutschland. Nach monatelanger Flucht wurde er im Februar im Raum Lübeck gefasst und sitzt seitdem in Frankfurt in Untersuchungshaft.

Insgesamt können die Ermittler aus dem Hochtaunus zufrieden sein, der Hochtaunus ist insgesamt eine der sichersten Regionen im Rhein-Main-Gebiet: „Zum zweiten Mal innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Delikte unter die Marke von 11.000 gefallen“, sagt Kriminaldirektor Gerhard Budecker, der zusammen mit Kriminaloberrätin Julia Meyer die Kriminalstatistik für den Hochtaunus vorstellte. Auch die Aufklärungsquote konnte auf dem Niveau der letzten Jahre gehalten werden: Von 10.947 wurden 6093 Straftaten aufgeklärt, das entspricht einer Quote von 55,7 Prozent.

Den größten Anstieg notieren die Ermittler bei den Körperverletzungen. Und zwar um 39 Taten auf 873 Fälle (plus 4,7 Prozent). Alleine die Zahl der vorsätzlichen leichten Körperverletzung stieg im Hochtaunus auf 600 Delikte an: „Auffällig ist die hohe Gewaltbereitschaft in Verbindung mit Alkoholexzessen,“ sagt Budecker.

Handtaschendiebe haben Hochtaunus ins Visier genommen

Dagegen vermerken die Ermittler einen leichten Anstieg bei den „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“: Mit einer Tat mehr als im Vorjahr markiert der sexuelle Missbrauch den größten Teil der Sexualdelikte. Ging der sexuelle Missbrauch bei Kindern von 27 auf 20 Taten zurück, verzeichnete die Polizei einen Anstieg bei exhibitionistischen Handlungen um neun auf 24 Delikte. Im Gegensatz dazu blieb die Anzahl von zehn Straftaten gegen das Leben auf dem Niveau wie im Vorjahr. Darunter finden sich vier Mordversuche und sechsmal Totschlag.

Kontinuierlich zurückgegangen sind die Fallzahlen bei den Diebstählen. Und zwar auf 2041 Delikte, das sind 3,9 Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Während die Zahlen beim schweren Diebstahl weiter rückläufig sind, insgesamt 2382 Taten (minus 6,8 Prozent), notierte die Polizei einen leichten Anstieg bei Diebstählen aus Wohnungen (plus 44 auf 159) und bei Taschendiebstählen (plus neun auf 49). Vor allem Handtaschendiebe haben vergangenes Jahr verstärkt den Hochtaunus ins Visier genommen.

Mit 574 Taten wurde auch bei den Wohnungseinbrüchen, entgegen des Landestrends, mit minus 0,7 Prozent ein leichter Rückgang verzeichnet. Erfreulich: Mehr als jeder dritte Wohnungseinbruch ging in die Hose.

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