Seckbach: Armin Rupp ist Frankfurts einziger Winzer

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Winzer Armin Rupp steht auf seinem Weinberg auf dem Frankfurter Lohrberg.

Frankfurt – Der traditionelle Ebbelwoi ist allen Frankfurtern bekannt. Doch es gibt auch einen echten Frankfurter Riesling. Armin Rupp baut den Weißwein auf dem Lohrberg in Seckbach an und ist damit Frankfurts einziger Winzer. Von Angelika Pöppel

„Hier wird alles von Hand gemacht“, sagt Armin Rupp, Pächter des Weinbergs auf dem Lohrberg. Der über 90 Jahre alte Weinberg sei für die Arbeit mit Maschinen nicht angelegt. Deshalb schneidet der Winzer per Hand die Triebe zurück, entfernt das Laub und im Oktober erntet er die reifen Trauben. Hilfe bekommt er dabei von Frankfurtern, die sich freiwillig zur Weinlese melden. „Das dauert in der Regel zwei Tage“, sagt Rupp.

„Die Lohrberg-Traube hat immer eine markante Säure“, erklärt der 37-Jährige. Deshalb wartet der Winzer den genauen Zeitpunkt für die Ernte ab. Denn wenn die Trauben zu früh gepflückt werden, sind sie zu sauer.

Vandalismus auf dem Lohrberg kostet ihn Geld

Zur Zeit sind die Trauben noch winzig. Rupp fährt dennoch einmal in der Woche auf den Lohrberg, um das Laub zu entfernen und die Rebstöcke mit Drähten abzustecken. Doch auch Müll muss er regelmäßig aufsammeln. Denn der Lohrberg ist ein beliebter Treffpunkt zum Grillen und die Besucher werfen Flaschen und Dosen oft zwischen die Rebstöcke. „Vandalismus ist hier ein großes Problem“, sagt Rupp. Er schätzt, dass er dadurch einen Verlust von rund zehn Prozent habe.

Rupp verkauft seinen Wein  im Römer

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Der Wahnsinn geht weiter

Die lange Trockenzeit konnte den Weintrauben nichts anhaben. Die drei bis vier Meter tiefen Wurzeln ziehen Wasser und Nährstoffe aus dem Boden. Der Winzer glaubt an einen guten Jahrgang, besser als 2010. „So wenig Wein wie dieses Jahr stand noch nie in unserem Keller“, so Rupp. Die Flaschen lagern unter dem Römer in einem riesigen Kellergewölbe. Dort verkauft er zusammen mit seiner Frau den Riesling „Frankfurter Lohrberger Hang“.

Die Familie Rupp besitzt auch Weinberge in Hochheim, ihrem Wohnort. Doch „durch die Arbeit bin ich öfter in Frankfurt als zu Hause“, sagt der Winzer. Der Weinanbau ist seine Leidenschaft. Deshalb will er seinen Riesling auch selbst verkaufen. „Die Kunden lernen den Winzer gerne kennen und stellen Fragen“, sagt er. Und auf Fragen zu Wein weiß er immer eine Antwort. Schließlich arbeitet er seit Kindesbeinen an zwischen Rebstöcken und Weinregalen: „Ich bin da so rein gewachsen“.

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