Schummel-Werbung: Genau hinschauen vorm Kauf

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Im Ausland produziert, aber mit dem Siegel „Made in Germany“ versehen. Das ist verboten.

Bad Homburg – Wenn Werbung zu aufdringlich oder undurchsichtig ist oder wenn irreführende Preisangaben zu Produkten gemacht werden, sind das Fälle für Anwälte in Bad Homburg. Sie arbeiten in der Wettbewerbszentrale und gehen jährlich rund 15.000 Beschwerden nach. Von Julia Renner

Ganz oben auf der Beschwerde-Liste stehen mangelnde Transparenz, Irreführung und Kennzeichnung. „Wird zum Beispiel ein Produkt mit ‚Made in Germany‘ beworben, aber tatsächlich nicht in Deutschland hergestellt, ist die Werbung irreführend“, erklärt Ulrike Gillner, Rechtsanwältin bei der Wettbewerbszentrale.

An einen Fall, in dem es um Messer ging, die angeblich aus Deutschland kamen, kann sich die Juristin erinnern. Bis vor Gericht ist die Wettbewerbszentrale damals gegangen. Auch Werbung für regionale Produkte, die gar nicht aus der Region kommen, ist immer wieder Gegenstand von Beschwerden.

Krasse Fälle beim Handel mit Orientteppichen

„Fälle von Irreführung und Intransparenz sind in allen Branchen zu beobachten“, sagt Gillner. Ob Einzelhandel, Tourismus, Finanz- oder Kfz-Branche. „Besonders krasse Fälle gab es in der Vergangenheit, wenn es um den Handel mit Orientteppichen ging. Auch Fälle aus der Möbelbranche kommen immer wieder vor“, sagt die Rechtsanwältin.

Am häufigsten geht es dabei um Preise oder Qualität von Produkten, wie Werbung mit Prüfzeichen und Testsiegeln.

Vor Schummel-Werbung schützen können sich Verbraucher nur, „indem sie ganz genau hinschauen und Produkte vergleichen“, rät Expertin Ulrike Gillner. Wer absolut unsicher sei, könne auch einfach bei den jeweiligen Verbraucherzentralen nachfragen.

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