Schülervertretung setzt sich für Zwei-Säulen-Modell ein

Neues Modell: Gesamtschule statt Hauptschule!

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Region Rhein-Main – Für Hessens Schulpolitik werden die Weichen gestellt. Hauptschule scheint Geschichte. Die Landesschülervertretung Hessen (LSV) will mit einem Zwei-Säulen-Modell das Kultusministerium überzeugen. Yusef Muhammad, Vorstandsmitglied der Landesschülervertretung Hessen, erzählt, was die LSV will. Von Oliver Haas.

Wie sollen Hessens Schüler künftig lernen? Welche Schulform ist am sinnvollsten? Hessens Schülervertretung hat für die zukünftige Schulstruktur in dieser Woche ein Zwei-Säulen-Modelle vorgestellt. Dies soll die Grundlage für das Abschlusspapier sein, dass die Vertreter der rund 800.000 hessischen Schüler dem Kultusminister Alexander Lorz (CDU) beim Bildungsgipfel am 17. Juli vorlegen wollen.

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Laut Modell würden Gymnasien in der jetzigen Form bestehen bleiben. Daneben soll es nach dem Willen der Schülervertreter eine Gesamtschule geben, die sich in drei Bereiche aufteilt: Die Kooperative Gesamtschule, die Integrierte Gesamtschule sowie eine neue Sekundarschule. Die Sekundarschule zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es ein Mischformat aus Klassen und Kursunterricht ist. „Die Kinder sollen zu Beginn dieser Schulform nicht ins kalte Wasser fallen, sondern ohne ihre spielerische, neugierige Herangehensweise an das Lernen zu verlieren, auch methodisch an Lerninhalte herangeführt werden“, erläutert Yusef Muhammad, Vorstandsmitglied der Landesschülervertretung Hessen und Mitglied des Stadtschülerrats Offenbach. Zudem würden die Schüler in jahrgangsübergreifenden Gruppen und ihrem eigenen Lernstand individuell gefördert. „Zum Beispiel können Kinder der ersten, zweiten und dritten Jahrgangsstufe eine gemeinsame Lerngruppe bilden“, sagt Muhammad.

Gemeinschaftsschule in den ersten zehn Jahren

Die LSV strebe eine Gemeinschaftsschule an, in der alle Schüler dabei die ersten zehn Jahre ihres Schullebens gemeinsam ohne Trennung durchlaufen sollen. „Dabei wird auf Sitzenbleiben genauso verzichtet wie auch eine institutionelle Aufspaltung in Grundschule und Mittelstufe. Die schulischen Lernerfolge werden nicht durch künstliche Schranken eines dreigliedrigen Schulsystems oder angeblich homogenen Klassenverbänden eingeschränkt“, so der Abiturient. Chancengleichheit und Unabhängigkeit von Schülern soll laut Muhammad durch die neue Schulform gefördert sowie wichtige soziale und demokratische Werte vermittelt werden. „Wichtige Instrumente dazu müssen fest verankerte Gestaltungsmöglichkeiten durch Schülerräte, Klassenräte, das Schulparlament und die Schülervertretung sein.“ Gegen Ende der Schulzeit soll vor allem praxisnah auf Berufe und den weiteren Lebensweg vorbereitet werden.

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Oliver Haas

Oliver Haas

E-Mail:oliver.haas@extratipp.com

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