Tiefgründiger Rap aus Kindermünden

Frankfurter Grundschüler rappen selbstgeschriebenen Umweltsong

+
Sie rappen nicht nur, sie machen auch Musik dazu: Caroline (von links), Rafael, Anton und Moritz spielen auf Bongos und Jambes. AG-Leiter Atilla Ermann begleitet sie auf seiner Gitarre.

Frankfurt – Endlich durften sie einmal anders in der Schule sprechen. Denn das Thema der freiwilligen Nachmittags-Arbeitsgemeinschaft (AG) an der Frankfurter Elsa-Brändström-Schule war Sprechgesang. Von Silke Gottaut

Sechs Schüler aus der dritten und vierten Klasse haben ein selbst geschriebenes Lied gerappt. „Schont die Umwelt“ heißt es.

Tiefgründiger Rap aus Kindermündern: „Es sind die gierigen Menschen, die sich lieber was schenken, statt an Tiere zu denken oder lieber zu spenden. Seht Euch den Planeten an und zeigt ein bisschen Freude. Atmet tief durch, also schont auch mal die Bäume.“

Kinder traurig über Umweltverschmutzung

Bis dieser Rap-Reim den sechs Dritt- und Viertklässlern der Frankfurter Elsa-Brändström-Schule über die Lippen kam, dauerte es fast ein halbes Jahr. Zur Themenfindung hörten sie verschiedene instrumentale Stücke. Traurige und fröhliche. Dabei schauten sie aus dem Fenster. Als eine traurige und ernste Melodie lief, kam ihnen die Idee. „Wir sahen Autos, Bäume und Flugzeuge“, erinnert sich Anton: „Wir dachten an die Umwelt, und dass sie immer mehr verschmutzt wird.“ Und schon stand das Thema Umweltschutz fest. AG-Leiter Atilla Ermann war begeistert: „Ich finde es toll, dass Kinder an ein solch wichtiges Thema denken.“

Alle sechs Kinder haben bis zum Start der AG noch nie gerappt. Genau das reizte sie. Rafael war schon einmal in einer Hip-Hop-AG, aber „da haben wir nur getanzt. Jetzt wollte ich rappen lernen.“

Ministerium von Idee begeistert

Lesen Sie auch:

Feinstaub gefährdet Bad Homburgs Kurstatus

Hip-Hop-Projekt: Janina Picard rappt sich zur Julia

Der 1,65m große "Little O" rappt sich groß

Frankfurterin Zeda rappt im Knast

Die Arbeit begann. Die Schüler sammelten Wörter rund um den Umweltschutz. Anschließend mussten sie aus den Wörtern mehrsilbige, passende Reime finden, die taktgenau stimmen. „Das war gar nicht einfach“, berichtet Moritz. Auch Anton, der in seiner Freizeit gerne Sido und Culcha Candela hört, hatte seine Reim-Probleme. Doch mit ein wenig Hilfe von Ermann entstanden die eindrucksvollen Zeilen, die auch das Hessische Kultusministerium begeistern: „Die Idee, dass Schüler einen Umweltsong erstellen, finden wir im Ministerium ganz klasse“, sagt Pressesprecher Christian Henkes. „Es ist schon toll, zu sehen mit welcher Begeisterung fächerübergreifend Themen umgesetzt werden.“

Hier kann man in den Umweltsong reinhören

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare