Akkubohrer statt Smartphone

Schüler bauen Insektenhotels im Baumarkt

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Fast fertig ist das Insektenhotel: Globus-Marktleiter Stefan Hutterer und Lehrerin Petra Carbon sind von der Arbeit der Drittklässler begeistert.

Dietzenbach – Eine Schule und ein Baumarkt haben ein außergewöhnliches Projekt ins Leben gerufen. Das Ziel: Wissenschaft mit der Praxis zu verbinden. Von Norman Körtge 

Es wird gebohrt und geklebt, geschraubt und geschnitten – gleich hinter dem Eingang des Globus -Baumarktes in Dietzenbach hatten in dieser Woche vor allem Grundschüler ihren eigenen Werkbereich. „Viele Kinder können mit dem Smartphone umgehen, haben aber noch nie eine Schraube in ein Brett geschraubt“, erzählt Baumarkt-Leiter Stefan Hutterer. Zusammen mit Petra Carbon von der Heinrich-Böll-Schule in Nieder-Roden hat er das Projekt „Wissenschaft im und aus dem Baumarkt“ ins Leben gerufen, das nun mit dem Bau von Insektenhotels seinen Anfang nahm. Im Fokus standen dabei die Wildbienen.

Workshops waren in 24 Stunden ausgebucht

„Die Workshops waren in 24 Stunden ausgebucht“, berichtet Projektleiterin Carbon, die gezielt Schulen in Dietzenbach, Rodgau und Rödermark angeschrieben hatte. Carbon selbst ist begeistert, wie selbst Erstklässler mit dem Akkuschrauber umgehen. Für sie ist es die Mischung aus Werkzeugkunde – Unterschied zwischen Holz- und Steinbohrer –, Materialkunde – Holz, Metall und Kalksandstein – sowie die Teamarbeit beim Bohren und Schrauben, die das Projekt für die Schüler vielseitig macht. Die Kinder der Klasse 3c der Aueschule  Dietzenbach um Klassenlehrerin Christel Hofsess waren jedenfalls begeistert dabei. Sie mussten Löcher vorbohren, Holzteile verleimen, Schrauben ins Holz drehen, Löcher in Kalksandstein bohren und Schilfrohre zurechtschneiden. „Wir werden die Aktion sicherlich nutzen, um das Thema Bienen im Unterricht aufzugreifen“, meinte die Klassenlehrerin.

Imker klärt über die Honigbiene auf

Den fachlichen Aspekt dazu lieferte im Baumarkt Imkerin Karin Wagner  vom Imkerverein Maingau  in dem Imker aus der gesamten Region vertreten sind. „Für uns Menschen ist die Honigbiene interessanter, weil sie Honig liefert und unsere Nutzpflanzen bestäubt“, erklärt die Rodgauerin. Aber auch die Wildbiene hätte eine nicht zu unterschätzende Bestäubungsleistung. Ein wenig Sorge bereitet der Imkerin das Wetter. „Wir sind vier Wochen zu früh“, meint sie. Das Nahrungsangebot für die Bienen sei gut und die Königinnen haben mit der Brut begonnen. Sollte es jetzt aber noch einmal einen längeren Kälteeinbruch geben, dann bestehe die Gefahr, dass für den Bienennachwuchs zu wenig Nahrung zur Verfügung stehen würde.

Bilder vom Werken in Dietzenbach

Schüler bauen Insektenhotels

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