Schöpfer der frechen Schafe

Cartoonist Hans Peter Murmann malt vorlaute Schafe.

Dieburg – Er spricht sieben Sprachen, unterrichtet an der Oberstufe Deutsch, Politik, Kunst oder Sport: Hans Peter Murmann (65) ist ein Multitalent, das außerdem vom Malen leben. Auf die Leinwand bringt er fast nur eins: Schafe. Die „Hammlets“ sind bereits in 300 Zeitschriften erschienen. Von Jens Dörr

8000 vierbildrige Comic-Strips mit den meist bissig kommentierenden Schafen hat Murmann bislang gezeichnet, dazu 3000 Einzelbilder mit den „Hammlets“. Über Agenturen gelangen die Schafe in viele Medien, sogar im „Stern“ sind sie schon erschienen. Murmann weiß selbst nicht genau, wo die „Hammlets“ schon erschienen sind.

15 Bücher mit den „Hammlets“ gibt‘s bereits.

„Wenn ich mich entsprechend organisieren würde, könnte ich ausschließlich von den Zeichnungen leben“, sagt er. Allerdings sehe er auch die Verpflichtung, seine Erfahrung an Jüngere weiterzugeben – deshalb unterrichte er etwa an der Dieburger Landrat-Gruber-Schule. Zu erzählen hat Murmann auch jenseits der Schafsmalerei einiges: Studiert hat der Dieburger Sport und Englisch, arbeitete nach dem Militär in Italien im Fremdenverkehr, führte im Albinischen Schloss in Dieburg eine zeitlang die Gastronomie. Bei „Pardon“, dem erfolgreichsten Satire-Magazin vor „Titanic“, lernte er „Werner“-Zeichner Brösel alias Rötger Feldmann kennen. Auch in der IT-Branche arbeitete Hans Peter Murmann, jettete in den 80ern regelmäßig nach Hongkong. „Ein Zeugnis habe ich nie gebraucht“, lacht er.

Auf Karriere kam es ihm ohnehin nie an. „Das Wichtigste ist für mich, keinen Stress zu haben.“ Erfolgreich war er dennoch. Unter anderem 15 Bücher, allesamt voller Schafsköpfe, sind von ihm auf den Markt gekommen. Nummer 16 ist in Planung.

Die kultiviertesten Schafe des Internets

Sein erstes Schaf habe er am 15. Februar 1978 gemalt – um genau 10.05 Uhr, was sogar sein Steuerberater Thomas Wick bezeugen könne. Am Geburtstag der „Hammlets“ kritzelte er eins von ihnen an die Tafel – während der Pause einer Wehrübung.

Selbstständig ist er, der sich nicht als tollen Zeichner bezeichnet, seit 1996, lebt unter anderem vom Malen seit 1998. Seine Schafe hat er seither nicht nur auf Leinwänden und in Printmedien entdeckt, sondern auch – unautorisiert – in einem türkischen Restaurant in Rodgau und als Schaufenster-Dekoration eines Bekleidungsgeschäfts. Was ihm die Lockerheit nicht zu vertreiben vermag – „nur wenn jemand uneinsichtig oder frech ist, mache ich einen Aufstand“, sagt er augenzwinkernd.

Und wenn Hans Peter Murmann mal wieder einen erbosten Anruf erhält, weiß er: Seine Schafe haben mit spitzer Zunge aufs Neue den Nagel auf den Kopf getroffen.

Die „kultiviertesten Schafe des Internets“ sind online übrigens zu finden auf der Seite www.hammlets.de

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