Fasching:

Sie fertigt die Kostüme des Dieburger Karnevalvereins

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Piraten, Clowns und Hexen kommen zu ihr zur Anprobe: Fastnachts-Schneiderin Sandra Hiemenz.

Dieburg – In der fünften Jahreszeit läuft ihre Nähmaschine heiß: Als Schneiderin des Dieburger Karnevalvereins (KVD) hat Sandra Hiemenz zurzeit alle Hände voll zu tun. Denn Piraten, Clowns und Hexen kommen zur Anprobe. Von Mareike Palmy

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Ob Tüll-Röcke für die Funkemariechen, Vereinsembleme auf Narrenkappen oder die Bühnenkostüme des Männerballetts – Sandra Hiemenz hat als Schneiderin des größten deutschen Karnevalvereins viel zu tun. In ihrem Atelier in der Anna-Ulner-Straße entstehen jedes Jahr die bunten, aufwendigen Verkleidungen der unterschiedlichen Faschingsgruppen. Mit viel Liebe zum Detail und Kreativität entwirft die gelernte Schneiderin ihre Ideen, appliziert Bordüren und Litzen, stickt Vereinswappen auf Hemden, näht Federn und Knöpfe an oder ändert noch die letzten Feinheiten.

Als gebürtige Dieburgerin, wurde Sandra Hiemenz das Närrische quasi in die Wiege gelegt: „Bei mir ist eigentlich das ganze Jahr über Fastnacht“, sagt die 42-Jährige. Denn schon vier Wochen nach dem großen Umzug, kommen neue Anfragen und die nächsten Kostüme gehen bereits wieder in Planung. „Nach der Fastnacht, ist vor der Fastnacht. Im März nähe ich schon wieder fleißig für die nächste Saison“, sagt Hiemenz.

Auch die Nerven müssen einiges aushalten

Etwa sieben Stunden benötigt sie für ein Kostüm. Je nach Aufwand und Ausstattung kann das aber auch mal länger dauern. Allein für diese Saison hat sie 14 Verkleidungen geschneidert. Für Familie und Sport bleibt da dann kaum noch Zeit. Denn in der heißen Phase steht die Nähmaschine gar nicht mehr still. Das Nervenkostüm muss dabei besonders stark genäht sein. „Dieses Jahr habe ich dem Männerballett ein rotes Dirndl mit Satin-Schürze aus Fastnachts-Seide und einer Herzchen-Unterhose genäht. Das war sehr zeitintensiv“, so Hiemenz. Beim großen Umzug und den sieben Sitzungen in der Römerstadt, kann die Inhaberin des Creativ Centers „Fingerhut“ dann ihr Werk in voller Pracht sehen. „Wenn das ein einheitliches Bild auf der Bühne gibt, freue ich mich jedes Mal und bin stolz auf meine Arbeit“, erzählt die zweifache Mutter.

Das Aussehen der Kostüme ist streng geheim

Schneiderwerkzeug: Bunter Garn, Fingerhüte, Nadeln, Knöpfe und eine Nähmaschine sind die Arbeitsutensilien von Sandra Hiemenz.

Geheimhaltung ist bei der närrischen Schneiderin das A und O. Denn bei der Dieburger Fastnacht gibt es strenge Regeln. Und Tradition wird in dieser Zeit großgeschrieben. „Die zu brechen gleicht einem Hochverrat“, erzählt Hiemenz schmunzelnd. „Die Kostüme, vor allem die Farben sollen vor den Sitzungen keiner sehen. Auch das Prinzenpaar kennt in Dieburg bis kurz vor knapp niemand. Die Leute lauern sogar bei mir vor der Haustür, weil sie glauben der Prinz oder die Prinzessin kommt zur Anprobe“, so die hauptberufliche Schneiderin.

Ihre eigene Verkleidung kommtin der Fastnachtszeit für gewöhnlich zu kurz. „Ich suche mir meist auf den letzten Drücker etwas zusammen. Im vergangenen Jahr war ich eine Meerjungfrau. Bei mir findet sich eigentlich immer was im Fundus.“

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