Schneewittchen stirbt in aller Welt und bald im TV

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Nele Neuhaus mit der koreanischen Version des Bestsellers „Schneewittchen muss sterben“.

Kelkheim – Schon ihr ganzes Leben schreibt Nele Neuhaus Geschichten. Als Kind standen Pferde im Mittelpunkt der Erzählungen. Mittlerweile interessiert sie sich mehr für menschliche Abgründe. Den Bestseller „Schneewittchen muss sterben“ gibt es jetzt in vielen Sprachen – und demnächst im TV. Von Julia Renner

Als Nele Neuhaus elf Jahre alt war, kam sie mit ihrer Familie in den Taunus. „Und anfangs war das für mich der Horror“, sagt sie. Mittlerweile kann sie sich nicht mehr vorstellen, woanders zu leben: „Das ist meine Heimat, hier sind meine Wurzeln.“

Und dort spielen auch die Geschichten, die hunderttausende Bücherfans verschlingen. „Anfangs wollte ich fiktive Städte nehmen. Aber dann habe ich mir gedacht: Warum eigentlich?“ Also ermittelt das Duo Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein nun zwischen Kelkheim, Bad Homburg und Frankfurt.

Zwischen Phantasie und Handwerk

Woher sie die Ideen für ihre Krimis nimmt, weiß sie selbst nicht so genau. „Oft fliegen mich die Ideen einfach so an“, sagt die 43-Jährige. Dann dauere es ein paar Wochen, bis der Plot entwickelt sei. Dabei sei noch Phantasie gefragt. Mit dem Schreiben gehe dann das handwerkliche Arbeiten los.

„Wer Wind sät“ heißt der fünfte Band der Taunus-Krimis, der im Mai erscheint. Es geht um einen Windpark, der bei Ehlhalten entstehen soll. Schnell gründet sich eine Bürgerinitiative, die sich dagegen ausspricht und versucht, den Bau mit allen Mitteln zu verhindern. Ein Mordopfer ruft schließlich Kirchhoff und Bodenstein auf den Plan.

Mit der Geschichte selbst sei sie nicht zufrieden gewesen. Ihre Lektorin beruhige sie aber regelmäßig beim Schreiben. „Aber wenn man nicht mehr zweifelt, wird man schnell überheblich.“

Der Sprung über den großen Teich

Wie gut die Bücher sind, zeigt der enorme Erfolg. Seit mehr als einem halben Jahr ist „Schneewittchen muss sterben“ in der Spiegel-Bestsellerliste vertreten. Mittlerweile ist das Buch sogar auf ungarisch, koreanisch und italienisch erschienen. „Ich finde es unglaublich, dass sich tatsächlich jemand hingesetzt hat, um meine Gedanken zu übersetzen“, freut sich die Kelkheimerin.

Besonders glücklich ist sie darüber, dass das Buch bald auch in den USA erscheinen wird. Neuhaus weiß, dass es längst nicht jedes Buch über den großen Teich schafft.

Eine deutsche Produktionsfirma hat außerdem Interesse daran, das Buch fürs Fernsehen zu verfilmen. „Ich darf dann sogar beim Drehbuch und beim Casting mitreden.“

Die Zeit fürs Schreiben lässt sie sich aber nicht nehmen. Ideen für den nächsten Taunus-Krimi hat Neuhaus bereits. Noch mindestens drei Bücher der Reihe soll es geben.

Die wird dann vielleicht auch mal ihr Mann lesen. Der hat bis jetzt in keinem ihrer Bücher geschmökert, verrät Neuhaus. „Aber jetzt hat er wenigstens mit den Hörbüchern angefangen,“ sagt die Autorin und lacht.

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