Schmutziger Streit tobt

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In Bad Homburg soll die Müllentsorgung teurer werden.

Taunus – In Bad Homburg werden zum 1. Oktober die Müllgebühren steigen, sofern die Stadtverordneten dem zustimmen. Oberbürgermeister Michael Korwisi schiebt die Kostensteigerung auf Rhein-Main Abfall und den Hochtaunuskreis. Die wehren sich vehement. Von Julia Renner

Zwölf Jahre lang seien die Gebühren nicht erhöht worden, sagt Korwisi: „Wäre der Betriebshof alleine für die Entsorgung zuständig, würde sich daran auch nichts ändern.“

Die jeweiligen Landkreise entscheiden jedoch, wohin der Müll gebracht wird. „Die Kommunen haben eine Andienungspflicht“, sagt Johanna Weigend vom Main-Taunus-Kreis. Das bedeutet, dass alle Städte im Kreis ihren Müll über den Kreis verwerten lassen müssen. „Die einzelnen Kommunen wären damit überfordert und für kleinere Kommunen würden sich eigene Verträge auch nicht rechnen.“ Außerdem sei es gesetzlich vorgeschrieben, dass sich die Kreise um die Organisation des Mülls kümmern.

Im Hochtaunus- und im Main-Taunus-Kreis geht der Müll zum Unternehmen Rhein-Main Abfall, kurz RMA. Sechs Städte und Kreise sind Gesellschafter der RMA, darunter auch die beiden Taunus-Kreise. Doch Bad Homburgs Oberbürgermeister scheint das nicht mehr zu gefallen: Die Stadt werde „vom Kreis gezwungen“, den Müll zu RMA zu bringen, dadurch würden „die Gebührenzahler über Gebühr belastet“. Auch deshalb, weil RMA die Gebühren in den Jahren 2007 und 2009 um 46 Prozent erhöht habe.

Geld für die Tonne

Das stimmt, sagt RMA-Geschäftsführerin Constanze Celten. „In den vergangenen zwölf Jahren haben wir die Gebühren zwei Mal erhöht.“ 2007 wegen der Nachsorge der stillgelegten Deponien, 2009 wegen der Modernisierung der Verbrennungsanlage.

Dass Michael Korwisi RMA jetzt angreift, kann sie nicht nachvollziehen. „Alle Kommunen zahlen das gleiche“, sagt Celten und fragt: „Warum konnte Bad Homburg die Preise bisher halten?“ Schließlich seien die Erhöhungen bereits vor Jahren gewesen. Sie sehe keinen Zusammenhang zwischen den RMA-Erhöhungen aus 2007 und 2009 und der Erhöhung, die Bad Homburg jetzt anstrebe.

Auch Uwe Kraft, Kreisbeigeordneter des Hochtaunuskreises, wehrt sich gegen die Vorwürfe. Korwisi schweige sich bei den „Kostensteigerungen, die bei der Stadt Bad Homburg entstanden sind und in die Gebührenkalkulation mit einbezogen werden, vollends aus“.

Rhein-Main Abfall wehrt sich gegen die Vorwürfe

Uwe Kraft: „Oberbürgermeister Michael Korwisi muss sich jemand anders als Schuldigen seiner vorgeschlagenen Gebührenerhöhung suchen, wenn er schon nicht bei den Fakten bleiben will.“ Ein Vergleich zwischen Hattersheim, Köngistein, Bad Homburg und Kelkheim zeigt, dass die Homburger noch gut dastehen. Während die Leerung einer 60-Liter-Tonne in Bad Homburg laut Planung 15,78 Euro monatlich kosten soll, liegen die Kosten in Königstein bei 17,90 Euro, in Hattersheim bei 12,30 Euro. In Kelkheim schlägt die Leerung mit 10,50 Euro zu Buche.

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