Für Schwule

Schluss mit stiller Nacht: Der Weihnachtsmarkt wird rosa und schrill

+
Schon am vergangenen Donnerstag dekorierte Veranstalterin der "Rosa Weihnacht" Claudia Bubenheim den Friedrich-Stoltze-Platz.

Frankfurt – Am Montag eröffnet der beliebte Frankfurter Weihnachtsmarkt. Neuheit in diesem Jahr: 15 Stände erstrahlen in Pink und sollen Schwule und Lesben anziehen. Von Angelika Pöppel

Rosa Weihnachtsbäume, pinkes Licht und viel Kitsch: In diesem Jahr gibt es erstmals eine Anlaufstelle für Schwule und Lesben auf dem Weihnachtsmarkt. Außer der ausgefallenen Dekoration unterscheidet sich der Bereich auf demFriedrich-Stoltze-Platz nicht mit den traditionellen Ständen. Auch für die Schwulen-Gemeinschaft gibt es ganz traditionell Bratwürstchen, Glühwein und Maronen. Aber zusätzlich gibt es Getränke mit dem Namen „Pinky“ und „Pinky Deluxe“ – Rosé Sekt oder Rosé Champagner. „In der Kürze der Zeit war es uns leider nicht möglich, ein Show-Programm auf die Beine zu stellen“, sagt Veranstalterin Claudia Bubenheim. Für Musik ist aber gesorgt: „Wir spielen moderne Weihnachtslieder.“ Auch eine riesige Hütte wird aufgebaut, in der sich nicht nur Schule und Lesben aufwärmen können.

In München, Berlin und Hamburg hat sich „Pink Christmas“ bereits etabliert. In Frankfurt nennt sich der bunte Treff „Rosa Weihnacht“. „Wir mussten den Namen ändern, sonst hätte wir viel Geld zahlen müssen“, sagt die Veranstalterin. Denn der Name ist geschützt. Kurzfristig musste Bubenheim deshalb neue Flyer und Plakate drucken lassen.

„Einige Betreiber hatten diese Idee schon öfter angesprochen“, sagt Kurt Stroscher von der Tourismus + Congress GmbH in Frankfurt. In diesem Jahr hat es endlich geklappt. Obwohl der Weihnachtsmarkt traditionell orientiert ist, sei es schon immer ein Platz des Austausches gewesen, deshalb passe das neue Konzept wunderbar dazu, sagt Stroscher. Und fügt hinzu: „Natürlich sind auch Heterosexuelle herzlich eingeladen.“

Kommentare