Mit dem Schlappe-Test fängt der Winterdienst an

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Der Herr des Streusalzes: Bauhof-Leiter Werner Giehl.

Taunus – 20 Grad und Sonnenschein – an diesem Wochenende zeigt der goldene Herbst noch einmal seine ganze Pracht. Aber der Winter mitFrost, Schnee und Glatteis naht. Kommunen wie Bad Soden sind bereits bestens gerüstet. Von Norman Körtge

Seit dieser Woche ist das Silo auf dem Bad Sodener Bauhof gefüllt. 100 Tonnen Streusalz haben darin Platz gefunden. Hinzu kommen noch einmal 200 Tonnen aus dem vergangenen Winter, die in der direkt daneben stehenden Blechhalle gelagert werden. „Für einen normalen Winter reicht das“, meint Bauhof-Leiter Werner Giehl. Soweit man das vorher sagen kann. Im Hinterkopf hat er noch den strengen Winter vor zwei Jahren, als das Streusalz vielerorts ausging und die Industrie nicht nachliefern konnte. Tonnenweise Split habe man damals gestreut, das hinterher alles wieder zusammengekehrt werden musste.

Am 15. November startet der Winterdienst

100 Tonnen Streusalz lagern in diesem Silo.

Beim Blick auf seine Wetterstation im Büro und den Kalender bleibt Giehl aber noch gelassen. Vom 15. November bis 31. März ist in Bad Soden offiziell der Winterdienst angesetzt. Dann stehen jeweils zwei 18-köpfige Kolonnen bereit, die im Wochenwechsel Dienst schieben beziehungsweise Bereitschaft haben. Natürlich könnten die Männer und Frauen von Werner Giehl im Bedarfsfall auch schon früher loslegen.

Je nach Wettervorhersage beginnt Giehls Dienst um vier Uhr morgens. Dann schaut er bei sich vor die Haustür und wenn das kein eindeutiges Bild ergibt, dann geht er vor die Tür und macht den Schlappe-Test. Je nachdem wie dieser ausfällt, folgt eine Kontrollfahrt, und er benachrichtigt nach und nach die Fahrer und die Handkolonne.

Mehr als 100 Kilometer Straße müssen dann geräumt oder gestreut werden, hinzu kommen sechs Kilometer an Fußwegen. Die Besonderheit in Bad Soden: Zwischen der niedrigsten und der höchsten Erhebung liegen fast 300 Meter. „Es kann gut sein das wir hier in der Hunsrückstraße bei Regen ausrücken und in Neuenhain schneits“, berichtet Giehl. Aus beruflicher Sicht ist er kein Winterfreund. „Von mir aus kann’s jetzt so bleiben bis März“, sagt er und blinzelt bei 18 Grad in die Sonne.

Auch andere Kommunen sind vorbereitet

Auch die Stadt Eppstein hat für den anstehenden Winter wieder Streusalz eingekauft. Derzeit lagern in einer dafür vorgesehenen Halle über 550 Tonnen, wie Stadrat Alexander Simon berichtet. Im Sommer wurden zirka 150 Tonnen Salz neu beschafft. Der Bestand wird stets auf über 500 Tonnen gehalten, damit auch bei einem sehr starken Winter der Betrieb aufrecht erhalten werden kann.

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