Erfolgreichsten Schatzsucher kommen aus Taunus

Auf der Suche nach Gold

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Die Münzen von Jürgen Grossmann zählen zu den bedeutesten Funden deutschlandweit.

Taunus – Im Taunus liegt so mancher Schatz vergraben. Da sind sich Axel Thiel und Jürgen Grossmann einig. Die beiden Sondengänger finden bei jedem Gang mit ihrem Metalldetektor ein Relikt aus der Vergangenheit. Ob Münzen, Schmuck oder Waffen – sobald es piept, wird’s aufregend. Von Mareike Palmy

Hochsensibel sind die Geräte, mit denen die beiden Schatzsucher im Taunus auf die Suche nach vergrabenen Schätzen aus vergangenen Zeiten gehen. Schon am Ton des Metalldetektors können Axel Thiel und Jürgen Grossmann hören, ob sich Eisen, Bunt- oder Edelmetall unter der Erdschicht befindet. Bei jedem Gang bricht bei beiden das Jagdfieber aus: „Es ist das spannendste Hobby überhaupt und unglaublich aufregend, schließlich finden wir immer etwas. Meistens sind es Münzen aus dem Mittelalter oder der Römerzeit, Schmuck der Kelten oder Kanonenkugel aus dem Dreißigjährigen Krieg“, sagt Jürgen Grossmann.

Münzen auf dem Feld

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Seit 30 Jahren ist der Hobbyforscher schon auf der Schatzsuche. 20 Münzschätze hat er dabei schon gefunden. Den größten fand er 1997 auf einem Feld bei Schlossborn. 1800 alte Münzen in einem Ton-Topf vergraben. Mit diesem gemeldeten Fund zählt der 55-jährige gelernte Kfz-Mechaniker zu Deutschlands erfolgreichsten Schatzsuchern.

Sein Freund und Kollege Axel Thiel aus Bad Soden ist erst seit fünf Jahren eifrig auf der Schatzsuche, doch auch er hat schon so manche Kostbarkeit aus dem Boden ausgegraben. Allein 2012 meldete er 150 Funde .„Speerspitzen, Ringe, Knöpfe, Äxte oder Haarspangen aus dem elften Jahrhundert habe ich schon ausgegraben. Aber auch UFOs, unbekannte Fundobjekte, waren dabei. Aufregend sind Funde von wissenschaftlicher Aussagekraft“, so Thiel. Dabei zählt immer: Je älter, desto besser.

Über die Suche hinaus investieren beide sehr viel Zeit und auch Geld für die fachmännische Bestimmung,Datierung,Restaurierung und Konservierung der Funde. Nebenbei sind beide noch Herausgeber von „Das Deutsche Schatzsuchermagazin“. Einer Fachzeitschrift für Sondengänger.

Nicht jeder darf suchen!

Doch nicht jeder darf einfach nach Schätzen suchen.„Zum Sondengehen braucht man eine Genehmigung vom Landesamt für Denkmalpflege“, erklärt Thiel. Auch darf nicht überall gesucht werden. „An Kulturdenkmälern ist das Suchen verboten, denkmalgeschützte Gebiete werden also nicht abgegrast. Der Wald ist ebenso Sperrzone“, sagt Grossmann.

Auch bei Schnee funktionieren die hochsensiblen Metalldetektoren der beiden Schatzsucher Jürgen Grossmann (links) und Axel Thiel.

Dabei vermuten die beiden Schatzsucher noch massenweise Gold und Silber im Taunus. „Die Menschen konnten ihre Wertsachen früher nicht auf die Bank bringen, also haben sie vieles vergraben. Meist am Waldrand oder an Grenzsteinen“, erklärt Grossmann. Wer einen Schatz findet, darf den aber nicht behalten. Verborgenes, herrenloses Gut wird mit seinem Auffinden nämlich Eigentum des Staates.„Das gilt sogar, wenn’s unterm Birnenbaum im eigenen Garten liegt“, weiß Grossmann.

Dabei ist das Sondengehen nicht ungefährlich. Viele Bomben und Handgranaten aus dem Zweiten Weltkrieg liegen noch im Erdboden. „Für den Notfall habe ich aber die Telefonnummer vom Kampfmittelräumdienst im Handy eingespeichert“, sagt Thiel.

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