Veterinäramt musste eingreifen

Schaf-Martyrium in Hofheim: Verwahrloste Tiere gerettet

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Hofheim – Kein Mitleid hatte offenbar der Besitzer einer Schafherde in der Nähe von Langenhain: Die Tiere waren auf sich allein gestellt – mussten hungern. Nun hat das Veterinäramt eingegriffen und die Schäfchen bei einem Hofheimer Bauern untergebracht. Von Janine Drusche

Bis auf die Knochen abgemagert sind die Schäfchen, die Helfer der Feuerwehr nun nach Hofheim gebracht haben.

Abgemagert bis auf die Knochen waren die 55 Schafe, darunter 17 Lämmer, als der Kreis sie auf richterliche Anordnung beschlagnahmte. Mit Hilfe einer Spezialeinheit der Feuerwehr wurden die Tiere mit einem Viehtransporter abgeholt und vorübergehend in einem Hofheimer Stall untergebracht. Dort werden die verwahrlosten und halb verhungerten Schafe jetzt aufgepäppelt. „38 Schafe waren bis aufs Gerippe abgemagert. Drei Tiere lahmten und bei einem Tier fanden wir bei einer Klaue Eiter, sodass das Schaf das Bein nicht mehr aufsetzen konnte“, stellt Axel Detels, Leiter des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen, die Ernsthaftigkeit der Lage klar. Das gesamte Horn der Klaue musste entfernt werden. Die kranken Tiere erhalten nun endlich medizinische Versorgung.

Bauer holte die Tiere aus Mitleid zu sich

Der Tierarzt schaut regelmäßig nach den Vierbeinern. Dem Halter der Herde, gegen den der Kreis wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt, scheint das Wohl der Tiere egal zu sein: Es ist nicht das erste Mal, dass die Schafe Hunger leiden mussten. In Diedenbergen hatten sie schon vor Hunger einen Zaun niedergetreten und das Korn des Nachbarfeldes gefressen. „Die Tiere brachen öfter aus ihrem Gelände aus, die Polizei Hofheim war mehrfach im Einsatz“, verrät Detels. Danach fehlte von der Herde samt des Besitzers jede Spur. Ein Langenhainer hatte die unversorgten Tiere aus Mitleid zu sich geholt, wie er dem Veterinäramt mitteilte. Der Tierhalter reagierte nicht auf mündliche und schriftliche Belehrungen über die Fütterungspflicht. Eine Verwaltungsanordnung wurde ignoriert. Der Zustand der Tiere ist immer noch kritisch: „Sie sind nach wie vor abgemagert und sehr schwach, viele apathisch“, sagt Detels: „Verendet ist bisher kein Tier, sie sind aber so schwach, dass sie noch längst nicht über den Berg sind.“ Der Halter kann trotzdem vor Gericht gehen. Aus tierärtztlicher Sicht sei eine Rückgabe aber nicht zu verantworten, sagt Detels.

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