Satudarah-Rocker

Kommt der Rockerkrieg an den Main?

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Das ist die Kutte, die auch bald am Main zu sehen sein könnte. Der holländische Motorradclub Satudarah will offenbar auch in Frankfurt Fuß fassen.

Frankfurt – Kommt jetzt der Rockerkrieg nach Frankfurt? Laut dem Präsidenten der Satudarah-Rocker aus Duisburg, Ali Osman, gibt es in der Mainmetropole bereits ein motorradloses Unterstützer-Chapter. Doch die Frankfurter Polizei sagt: „Die gibt’s hier nicht!“ Von Christian Reinartz.

Sie sind die Feinde der berüchtigten Motorrad-Rocker Hells Angels . Deren beiden Chapter – regional-verbündete Anhänger – in Frankfurt wurden 2011 von Innenminister Boris Rhein verboten. Dagegen klagten die Rocker. Doch am Dienstag folgte die Bestätigung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) in Kassel. Eine Revision ließ der VGH nicht zu.

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Für den Satudarah-Präsidenten offenbar ein Freifahrtschein, um sich in Frankfurt mit seinem Club breit zu machen. Die Satudarah sind ein großer Motorradclub aus den Niederlanden. 22 sogenannte Chapter, gibt es. Und die Holland-Rocker wollen offenbar auch in Deutschland Fuß fassen. In Duisburg hat sich schon ein Chapter gegründet. Dort tobt seit Wochen der Rockerkrieg mit den Hells Angels, die als weltweit größter und mitgliedsstärkster Rockerclub der Welt gelten.

Polizei wartet gespannt ab

Dass Ali Osman nun gerade seine Fühler nach Frankfurt ausgestreckt haben will, dürfte für die Höllenengel, die in Frankfurt ihre Kutten weiterhin im Schrank lassen müssen, eine Provokation sein. Die Frankfurter Polizei schenkt Osmans Äußerungen keinen Glauben. Sprecherin Isabell Neumann versichert: „In Frankfurt ist das kein Thema. Die gibt es hier bisher nicht.“ Dennoch wartet man im Kommissariat für organisierte Kriminalität gespannt ab. „Die Hells Angels sind zwar weiterhin verboten, bleiben als Personen in Frankfurt aber präsent“, heißt es im Kommissariat. „Das hat eine abschreckende Wirkung für andere Clubs.“

Nur Wichtigmacherei?

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Trotzdem hätten einige Rocker-Vereinigungen in der Vergangenheit versucht, sich in Frankfurt anzusiedeln – ohne Erfolg. Die Satudarahs hingegen spielten dagegen in einer ganz anderen Liga, ebenso wie die Höllenengel. „Wir sind gespannt, was sich da entwickelt.“ Hinter dem aktuellen Vorstoß des Duisburger Präsidenten vermuten die Spezialisten aber nur: „Da wollte sich einer wichtig machen.“

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