Salzige Spätfolgen befürchtet: Pflanzen und Tiere leiden

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So viel Salz wie seit vielen Jahren nicht mehr wurde in den vergangen Tagen verstreut.

Region Rhein-Main – Tonnenweise Salz ist in den vergangenen Tagen von den Winterdiensten auf den Straßen der Region verstreut worden – so viel, dass der Kasseler Streusalzhersteller „K+S“ mit der Produktion kaum nachkommt. Doch was derzeit vor Glätte schützt, ist eine starke Belastung für Pflanzen, Bäume, Tiere und auch den Menschen. Von Norman Körtge

Salz wirkt auf Pflanzen, wenn sie nicht gerade an der Nordseeküste wachsen, wie ein Gift, sagt Brigitte Martin vom hessischen Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz mit Sitz in Frankfurt. Und je mehr Salz verstreut würde, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit an Schäden. Da Pflanzen und Bäume durch versalzte Böden weniger Wasser aufnehmen könnten, würden die Blätter schnell gelb und fallen früher ab. Davon besonders betroffen sind Baumscheiben. Die Wurzeln der Bäume darin hätten nicht die Möglichkeit, in unbelastete Schichten vorzudringen. „Die Städte haben insoweit darauf reagiert, dass sie an salzgestreuten Straßen keine Linden mehr anpflanzen. Die sind sehr empfindlich“, berichtet Martin. Oft kommen die Schäden aber auch erst in späteren Jahren zum Vorschein.

Außerdem greift das Salz auch Tierpfoten an. Leckt Hund oder Katze dann das Salz auch noch von den Pfoten, wird die Niere belastet. Deshalb müssten nach dem Gassi-Gehen über salzbelastete Gehwege und Straße unbedingt die Pfoten gründlich abgewaschen werden, rät Martin. Korrosionsschäden am Auto und hässliche Flecken auf Schuhen und Stiefeln gehören ebenfalls zu den Auswirkungen des Salzstreuens. Das mit dem Salz sei eine zwiespältige Sache, meint Martin. Einerseits müssten Gefahren beseitigt werden, andererseits die Umwelt geschützt werden. Deshalb appelliert sie für einen sparsamen Umgang mit dem Salz. Privatpersonen sollten gänzlich darauf verzichten. „Ich nehme Sand“, sagt sie.

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