Waghalsige Manöver oder mangelnde Übersicht

Vollgas auf zwei Rädern: Vermehrte Motorradunfälle

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Auf der L3024 von Richtung Feldberg kommend kollidierten am vergangenen Wochenende zwei Motorradfahrer mit einem Auto kurz vor der Abfahrt Oberreifenberg.

Region Rhein-Main – Seit sich der Frühling zeigt, holen Motorradfahrer ihre Maschinen wieder vermehrt aus dem Schuppen und geben Vollgas. Und prompt schnellen die Unfallzahlen in die Höhe. Von Fabienne Seibel 

Am Osterwochenende starb ein Motorradfahrer bei einem Sturz zwischen Oberursel und dem Sandplacken. Ebenfalls in der Nähe des Feldbergs verletzten sich am vergangenen Wochenende zwei Motorradfahrer, als sie mit einem Auto kollidierten. Besonders außerhalb geschlossener Ortschaften kracht es jetzt wieder häufiger.

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Martin Brähler, Hauptkommissar bei der Polizei Offenbach erklärt warum: „Das Tückische ist, dass die meisten Fahrer ihre Maschine im Winter nicht benutzen. Wenn sich dann die ersten Sonnenstrahlen zeigen, fahren sie nach monatelanger Pause wieder los. Genau diese lange Pause kann gefährlich sein.“ Auch in Offenbach kam es am Montag auf der Bieberer Straße zu einem Unfall, als ein Autofahrer beim Abbiegen einen Motorradfahrer übersah und touchierte.

„Dass man von Autofahrern einfach übersehen wird, ist eine häufige Unfallursache“, sagt Arne Kremmel vom Verkehrsdienst Main-Taunus. „Man muss die Gefahr wittern und damit rechnen, dass man als kleiner Punkt auf der Straße zu spät gesehen wird“, sagt er. Jessica Schlenstedt von der Polizei Südosthessen fügt hinzu: „Vor allem kurvenreiche Strecken sind wegen der eingeschränkten Sichtverhältnisse besonders gefährlich.“ Laut Kremmel haben es aber auch geradlinige Straßen in sich: „Gerade Strecken verführen häufig zu waghalsigen Manövern, die schlimm enden können.“

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