Dieburg: Sänger Georg Becker lebt von seiner Stimme

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Mit Leidenschaft singt der Dieburger Georg Becker am Mikrofon.

Dieburg – Du wirst Berufsmusiker: Das leuchtete drei Jahre lang immer wieder auf dem Display von Georg Beckers Handy auf. So lange hatte der Dieburger dieses Ziel vor der Brust. Der neue Text – „Du bist jetzt Berufsmusiker“ – zeigt, dass der 30-Jährige es nun geschafft hat. Von Jens Dörr

Seit Mitte dieses Jahrs lebt der Sänger ausschließlich von seiner Stimme. „Finanziell läuft’s – sonst hätte ich ja wieder daheim einziehen müssen“, scherzt er. Georg Beckers musikalische Laufbahn im Schnelldurchgang: Mit sechs Jahren beginnt er mit dem Klavierspielen, mit zwölf fängt er an zu singen. Nach diversen kleineren Auftritten wird 2006 die Schlager-Coverband Van Baker & Band das erste große Musik-Projekt Beckers. Bis heute ist er der Frontmann der fünfköpfigen Gruppe, lebt sein Show-Talent im güldenen Gewand zu Songs von NDW-Größen und gern auch Howard Carpendale aus. Zwei Jahre später versuchte er sich zusätzlich als Solokünstler, konzentrierte sich zunächst auf Schlager und brachte 2009 sein erstes Album heraus. Aktuell übertritt er aber mehr und mehr die Grenzen dieses Genres, auch bei der Band Rebel.

80 Live-Auftritte im Jahr

Im kommenden Jahr stehen allein 80 Live-Auftritte im Terminkalender des Dieburgers, teils in Hamburg oder der Schweiz. Das ist aber noch nicht alles: Der 30-Jährige unterrichtet auch an der Modern Music School in Dieburg und der Future Music School in Aschaffenburg. Da kommt selbst ein Künstler problemlos auf eine Fünf-Tage-Woche. Urlaub hingegen hat er nur selten. „Den Rest der Zeit bilde ich mich weiter, versuche, immer noch ein Stück besser zu werden.“ Im Gesang vermittelt er sein praktisches und theoretisches Wissen bereits weiter und meint: „Gesang ist wie ein Handwerk, das man lernen kann.“ Auch wenn Talent, etwa eine besondere Hörbegabung oder das spezielle Gespür für Musik, sicherlich von Vorteil seien.

Er bereut seine Entscheidung nicht

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Es brummt also bei Becker – wobei nicht der Schädel nach einem vierstündigen Live-Gig bis tief in die Nacht gemeint ist. Anfang 2010 hängte er dann seinen Job als Speditionskaufmann an den Nagel. Ins Büro zurückzukehren ist für ihn mittlerweile undenkbar. Auch wenn das Musikgeschäft, in das so viele wollen und in das es so wenige schaffen, ein knallhartes ist.

Den Weg so gegangen zu sein, bereut der Sänger, dessen Stärke auch eine unnachahmliche Bühnenpräsenz ist, aber keine Sekunde lang: „Ich würde es jederzeit wieder so machen.“

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