Interview über das Rhein-Main-Gebiet, Amore und Missgeschicke

Sänger Axel Bosse: „Für die Liebe muss man sich bewegen“

Verträumt, aber kein Träumer: Musiker Axel Bosse ist erst zufrieden, wenn er Dinge abgeschlossen hat.
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Verträumt, aber kein Träumer: Musiker Axel Bosse ist erst zufrieden, wenn er Dinge abgeschlossen hat.

Region Rhein-Main - Er kommt Ende November mit dem Album „Engtanz“ in die Stadthalle Offenbach. Einer seiner größten Hits ist „Frankfurt/Oder“: Im EXTRA TIPP erzählt Axel Bosse, warum er regelmäßig auch nach Frankfurt am Main kommt und von seiner Freundschaft zu dem Rapper Casper. Von Janine Drusche

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Eines Ihrer bekanntesten Lieder ist Frankfurt/Oder. Fällt Ihnen spontan auch etwas zu Frankfurt am Main ein?

Da fällt mir so einiges dazu ein: Meine Braut kommt ja aus Frankfurt, also sie ist dort geboren und von daher hänge ich da auch öfter rum. Außerdem habe ich viele Freunde in Frankfurt, das finde ich total schön, denn die Leute gefallen mir. Sie sind offen, aber auch ein bisschen derb, das ist genau mein Ding.

Wie oft Sind Sie denn so in der Mainmetropole?

Ach, wie oft sieht man so seine Familie... Alle zwei Jahre vielleicht?! Nein Quatsch, ich denke alle drei Monate bin ich schon in Frankfurt und der Umgebung unterwegs, wie in Kronberg oder Oberursel.

Aber Ihr Auftritt am 24. November findet in Offenbach statt...

Das stimmt, aber das macht für mich nicht so einen Riesen-Unterschied, ob nun Frankfurt oder Offenbach. Ich weiß, die Frankfurter werden das jetzt nicht so sehen, da kriege ich eher eins auf den Deckel. Aber die Städte sind nur einen Steinwurf voneinander entfernt und die Hallengröße hat perfekt gepasst.

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Die Batschkapp war ja bei Ihrem Konzert im vergangenen Jahr ruckzuck ausverkauft...

Ja, die Batschkapp ist für uns zu klein geworden, deshalb gehen wir jetzt nach Offenbach. Da passen so etwa drei- bis viertausend Leute rein, das ist im Rahmen. Für mich fühlt sich ein Auftritt mit einem Publikum von unter 10.000 Leuten mittlerweile sowieso so an wie einer vor 500 Leuten. Aber es kommt auch immer immens auf die Halle an. Mit Drei- bis Viertausend wird es in Offenbach aber auf jeden Fall nett werden.

Es ist die Tour zu Ihrem Album „Engtanz“, das ernster wirkt als die früheren Lieder. Stimmt es, dass sie einfach nur erwachsen geworden sind?

Ich habe eigentlich schon immer auch ernste Musik gemacht. Aber es gibt ja auch was Lustiges auf dem Album, jetzt nicht so lustig wie Helge Schneider... Naja ich hab’ mittlerweile viele Alben gemacht und immer noch Bock auf Musik. Und natürlich werden auch Künstler immer erwachsener, das kommt ja zwangsläufig mit dem Alter. Aber ich wollte vor allem nicht immer wieder das Gleiche machen, sondern ein bisschen was Dunkleres, Tieferes und mit den Dinge berühren, die mich nachts nicht pennen lassen. Je mehr Alben man macht, desto schwieriger ist es, sich nicht zu wiederholen. Die Musik soll ja nicht langweilig werden, also war das Album in dieser, vielleicht etwas erwachseneren Art, die einzige Möglichkeit, die ich zur Zeit hatte.

Viele Lieder wirken nachdenklich, leicht depri, aber am Ende wird meistens alles gut. Sind Sie grundsätzlich ein positiv gestimmter Mensch?

Ich denke, dass alles seinen Grund hat und alles zu etwas gut ist. Manchmal muss man zwar Umwege machen, aber es führt alles dahin, wo es letztlich hin soll. Ja, ich glaube definitiv, dass am Ende wirklich immer alles gut wird.

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Aber Sie sagten, dass Sie über Dinge singen, die Sie nachts nicht schlafen lassen. Worum geht es, wenn Ihre Gedanken wie in dem Lied „Nachttischlampe“ kreisen?

Wenn ich Crazy Legs habe, also hibbelig bin und nicht schlafen kann, geht es meistens um unfertige Sachen, um Unausgesprochenes oder um Dinge, die in der Schwebe stehen. Am glücklichsten kann ich pennen, wenn alles geschafft und vorbei ist. Wenn ich was Gutes gemacht hab’ und das in den Knochen spüren kann.

Glauben Sie daran, dass jede Liebe irgendwann ans Licht kommt, wie Sie in „So oder so“ singen? Oder muss man etwas dafür tun?

Das ist nicht so einfach: Wenn man nur zuhause vor der Playstation sitzt, muss man schon viel Glück haben, dass der Pizza-Mann der Richtige ist. Für die Liebe muss man sich schon bewegen, das geht nicht anders: Mutig sein und sich was trauen! Der Refrain (Anm. d. Red.: „Jede Liebe wird irgendwann ans Licht kommen“) meint: In dem Moment, wo sich alles schlecht anfühlt, ist es das oft gar nicht. Und bei der Amore: Wenn es nicht passt, ist das bitter, aber dann wartet man, bis was besser passt. Und das ist dann die Liebe, die irgendwann ans Licht kommt.

Haben Sie denn einen Lieblingskünstler, der Sie bei sowas begleitet?

Da gibt es tausende, aber keinen direkten. Ich mag die Savages, höre auch gerne Musik von Frauen oder Willie Nelson und Bruce Springsteen.

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Sie haben auch ein Lied mit Rapper Casper aufgenommen. Wie kam das zustande?

Wir sind schon ewig Buddies, haben uns bei einem Konzert an der Uni kennengelernt, als wir beide noch nicht erfolgreich waren. Wir wollten schon lange mal was zusammen machen und haben die ganze Zeit auf ein gemeinsames Duett gewartet. „Krumme Symphonie“ war genau die richtige Nummer dafür. Ich hab ihn gefragt und er hat mitgemacht.

Geht es in dem Lied darum, auch mal aus der Reihe zu tanzen?

Es soll Leuten, die ein komplett durchgeplantes Leben führen, zeigen: Missgeschicke sind nichts Schlimmes, das Leben ist ein Zick-Zack-Lauf und der bietet auch Vorteile für uns und unser Leben.

Bosse kommen am 24. November in die Offenbach Stadthalle. Beginn ist um 19.45 Uhr. Karten gibt es noch an den üblichen Vorverkaufsstellen.

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