Sachsenhäuser wehren sich

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Siegbert Holderried zeigt auf das Anliegerschild im Schützenhüttenweg, dass täglich von vielen Autofahrern missachtet wird.

Frankfurt – Siegbert Holderried aus Sachsenhausen hat genug: Täglich fahren hunderte Autos durch den Schützenhüttenweg, obwohl dieser eine Anliegerstraße ist. Er fordert die Politik und die Stadt Frankfurt zum Handeln auf. Von Angelika Pöppel

„Wir wollen uns von den Parteien nicht mehr an der Nase herum führen lassen“, sagt Siegbert Holderried aus Sachsenhausen. Deshalb gründete er die Initiative Verkehrsberuhigung mit rund 40 Mitstreitern. Aufreger ist der Schützenhüttenweg in Sachsenhausen: Die Anliegerstraße nutzen Autofahrer als Schleichweg in Richtung Innenstadt und Hauptbahnhof. Die Anwohner fühlen sich gestört.

Abbiegespur soll gesperrt werden

Der 61-Jährige ging mit seiner Forderung bereits zum Ortsbeirat und zum Straßenverkehrsamt. „Die Angelegenheit werde geprüft, hieß es dort. Doch geändert hat sich immer noch nichts“, sagt Holderried. Der Verkehr müsse so geregelt werden, das die Anliegerstraße keine Abkürzung bietet, sagt er. Die günstigste Lösung sei es, die Abbiegespur, die direkt von der Darmstädter Landstraße in den Schützenhüttenweg führt, abzuschaffen. Dann müssten Anlieger am Friedhofsparkplatz wenden, um die Straße zu erreichen. „Genauso war die Verkehrsführung bis 2001 geregelt, bis die CDU sie abschaffte“, sagt Holderried.

Verkehrsamt ist machtlos

Von der Idee die Abbiegespur wieder aufzulösen, hält Ulrich Schöttler, Leiter des Straßenverkehrsamts in Frankfurt nichts. Denn schon damals seien die Friedhofsbesucher auf die Barrikaden gegangen. Ulrich Schöttler ist ohnehin machtlos: „Die Entscheidung über die Verkehrsänderung in 30er Zonen liegt beim Ortsbeirat.“ Den Beiräten steht ein Budget zur Verfügung, um eigenständig Verkehrsänderungen zu veranlassen.

Das Verkehrsamt hat die Grünphase der Ampel zum Schützenhüttenweg bereits auf fünf Sekunden beschränkt,damit der Verkehr gebremst wird. Doch viele Autofahrer missachten das Rotlicht. Deshalb will Schöttler einen Blitzer aufstellen.

Noch vor den Kommunalwahlen plant Holderried eine Bürgerbefragung. Sein Anliegen ist es, dass „die Bürger gehört werden und nicht die Parteien allein entscheiden.“

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