Ruine am Bahnhof sorgt für Streit

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Wegen des Gebäudes in der Ottostraße 16-18 im Frankfurter Bahnhofsviertel gibt es Streit zwischen Stadt und Eigentümer.

Frankfurt – Die Stadt Frankfurt hat den Abriss für das runtergekommene und leerstehende Gebäude im Bahnhofsviertel, Ottostraße 16-18, genehmigt. Doch der Eigentümer lässt den Schandfleck stehen. Von Angelika Pöppel

Das Gebäude in der Ottostraße schreit geradezu nach einer Aufwertung“, sagt Mark Gellert vom Frankfurter Planungsamt. Die Fassade bröckelt, ist komplett mit Graffitis besprüht und die Fenster sind mit Holzplatten verrammelt. Das Gebäude sticht dadurch zwischen den anliegenden Restaurants und Hotels hervor. Eigentümer ist Investor und Projektentwickler Ardi Goldmann. Er wollte das Gebäude abreißen und ein Boardinghaus – eine Art Hotel für Langzeitgäste – neu hochziehen. Die Abrissgenehmigung hat die Stadt erteilt. Doch ein Hotel darf Goldmann nicht bauen. Das ist für das Gebiet rund um den Bahnhof nicht vorgesehen. „Das ist ein Wohngebiet und wir wünschen uns, dass hier Wohnungen entstehen“, sagt Gellert.

Goldmann ist enttäuscht: „Das Boardinghaus wurde abgelehnt. Doch direkt gegenüber stehen auch mehrere Hotels“, sagt Goldmann. Die Stadt kann auch in Lagen, in denen keine Hotels vorgeschrieben sind, eine Ausnahme erteilen, erklärt Gellert. Doch dafür müssen bestimmte Grundlagen erfüllt werden. „Wenn Herr Goldmann die Bedingungen erfüllen würde, könnte er vor Gericht eine Ausnahme einklagen. Da er das nicht tut, kann man davon ausgehen, dass er Probleme mit der Erfüllung der Auflagen hat“, sagt Gellert.

Durch die Streitigkeiten zwischen Stadt und Eigentümer wird die Ruine auch weiterhin nicht abgerissen: „Ich lasse es als Mahnmal stehen. Schließlich steht es schon seit 50 Jahren.“

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