Die Rückkehr der Hornbrille: Wer sie wirklich tragen kann

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Dieses Model präsentierte vor zwei Wochen bei der Fashion Week in Berlin den neuen Brillen-Trend, der auch die Region erreicht hat: Die Nerdbrille.

Region Rhein-Main – Hornbrillen sind nur etwas für Senioren? „Nein“, sagt der Frankfurter Mode-Designer Leonid Sladkevich vom Sachsenhausener Label Leonid Matthias. Immer mehr Frankfurter trauen sich, die auffälligen Brillengestelle zu tragen. Sladkevich verrät, wem die Hornbrille steht. Von Jennifer Dreher

Leonid Sladkevich

„So neu ist der Trend gar nicht“, sagt der Frankfurter. „Nur dauert es eine Weile, bis er auf der Straße ankommt“, fügt er hinzu. Inzwischen sehe er in den S- und U-Bahnen in Frankfurt immer mehr junge Leute, die die Hornbrille im Alltag tragen.
In der Mode-Welt wird sie auch „Nerdbrille“ genannt. Das englische Wort „Nerd“ heißt übersetzt Streber, Langweiler, Fachidiot. In den 60er Jahren trugen Hornbrillen vor allem Intellektuelle, weswegen sie diesen Namen bekam.
Die Retro-Hornbrille zeichnet sich durch die übergroße Brillenfassung aus, welche dem Träger ein markantes Aussehen verleiht. Typischerweise sind Nerdbrillen in schwarz gehalten.
„Wichtig ist, dass man ein schlichtes Outfit zu den Nerdbrillen trägt“, rät Sladkevich. Und man solle sie nicht um jeden Preis tragen, wenn die Brille nicht zur Gesichtsform passt. „Individualität ist nach wie vor der größte Trend in diesem Jahr“, sagt er. Wichtig sei es, sich wohl zu fühlen. Der positive Effekt der Nerdbrille: „Sie lässt den träger intelligent aussehen“, sagt Sladkevich. Das sei auch heute noch so.
Zu bekommen ist die Hornbrille nicht in jedem Geschäft. „Heute Morgen hat eine Kundin nach diesen großen Brillen gefragt“, berichtet der Offenbacher Optiker Robert Haarmann von Optik Jung. Doch momentan habe man sie dort nicht vorrätig. Wer eine Nerdbrille mit Stärke haben will, kann sie bei Abele Optik im Isenburg-Zentrum finden. Ohne Stärke gibt es sie bei zahlreichen Ketten wie New Yorker, Pimkie oder Orsay.
Die Nerdbrille ist nicht nur etwas für junge Leute. „Jeder kann die Brillen tragen“, sagt Designer Sladkevich. Bestes Beispiel: Woody Allen ist ihr seit Jahren treu.

 

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